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Rechtes Neofolk-Konzert im Chemnitzer Bunker Club

„Da hätte ich auch meinen SA-Mantel anziehen können…“1

Am vergangenen Samstag [27.09.2008] fand im Bunker Club auf dem Rosenplatz 7 in Chemnitz ein Neofolk-Abend mit den Bands Nebelung, THO-SO-AA, Manblot und Sonne Hagal statt.

Organisiert wurde das Konzert von der einschlägig bekannten Chemnitzer Equinoxe-Organization.

Trotzdessen, dass wir den Eigentümer der Räumlichkeiten, Mario Forberg, mehrfach darauf aufmerksam gemacht hatten, dass es sich dabei um Personen und Gruppen handelt, die Verbindungen in rechtsextreme Kreise aufweisen und offenbar keine Berührungsängste mit den braunen Protagonisten der Schwarzen Szene haben, sah dieser keinen Anlass, die Veranstaltung abzusagen.

Auch die Warnung, dass das Konzert definitiv rechtes bis rechtsextremes Publikum anziehen werde, schien Forberg nicht zu beeindrucken.

Schon ein Blick auf die Kennzeichen der Fahrzeuge, die an diesem Abend nahezu alle Parkmöglichkeiten am Rosenplatz ausfüllten, verriet, dass es sich bei dem Neofolk-Abend, den die Equinoxe-Organization geplant hatte, um eine Szene-Event von überregionaler Bedeutung handelte.
Heckscheiben-Aufkleber mit den Schriftzügen Burzum und Dies Natalis, sowie einige Fischadler-Motive2 ließen zudem schon vorab auf das anwesende Publikum schließen.
Unter nebulösen Darkambient-Klängen aus der Konserve fanden sich bis zum Konzertbeginn eine ganze Menge Besucher im Bunker Club ein.
Neben eher durchschnittlich gekleideten Personen und einer Reihe mehr oder weniger szenetypisch in Schale geworfenen Gothics, bewegten sich im Publikum, wie erwartet, auch einige Herren mit Flecktarnjacken, Bundeswehrmützen und gewichsten Scheitelfrisuren.
Manche Gäste zeigten Aufnäher mit dem Fischadler, der Schwarzen Sonne oder einem Bandlogo von Death In June.
Andere trugen T-Shirts mit einschlägigen Bandlogos oder der Aufschrift „Wotan ist mein Herr und Gott […] Er liegt den Freien, Starken, Kühnen! Den Heldensproß, der kämpft und lacht!“ und ein Konzertbesucher war mit einem olivgrünen Thor Steinar-Shirt bekleidet, auf dem neben dem Markennamen das Sturmgewehr G36 von Heckler & Koch mit der Unterschrift „Hausbesuche“ abgebildet war.
Unter den Anwesenden befand sich außerdem Uwe Nolte vom Hallenser Bandprojekt Orplid, dass zur Speerspitze des rechten Neofolk gezählt wird.
Einige Minuten nach 21.00 Uhr eröffneten schließlich Nebelung mit akustischen Gitarren- und Geigenklängen das Konzert und begeisterten zumindest Teile des Publikums mit Ihren deutschsprachigen Texten, die von Weltschmerz und Naturverbundenheit erzählten.
In heiterer Bierlaune erhoben einige Zuhörer mit einem freundlichen, aber doch formal anmutenden, „Prost, Kamerad!“ das Glas und wendeten sich anschließend wieder der Musik zu.
Der Applaus, den Nebelung für ihre Darbietung ernteten, wurde ab und an durch die „Wie geil!“-Rufe dreier einschlägig gekleideter Herren mit bayrischem Dialekt ergänzt, die sich dabei augenscheinlich köstlich über die offensichtliche Ähnlichkeit dieses Ausrufs mit dem Nazigruß „Sieg Heil!“ amüsierten.
In der anschließenden Umbaupause bot sich die Möglichkeit ein wenig an den Merchandising-Ständen zu stöbern.
Dort wurden neben dem neuen Eis & Licht3-Fanzine Zwielicht auch Tonträger der international bekannten extrem rechten Projekte Death In June, Fire & Ice, NON, Blood Axis und Dernière Volonté angeboten.
Der nachfolgende Auftritt von THO-SO-AA bot dem Publikum düstere elektronische Klangwelten in Kombination mit einer mysteriösen Videoperformance.
Jedoch konnte sich ein Teil der Anwesenden anscheinend nicht wirklich für das Werk des Elektronikers und der Flötistin begeistern und zog es vor den Konzertraum für eine Zigarette zu verlassen.
Doch spätestens beim Auftritt von Manblot, einer Kollaboration der schwedischen Band Solblot mit einem Mitglied von Of The Wand And The Moon, die mit rein akustischen Klängen aufwarteten, war wieder alles in Butter – zumindest im braun-schwarzen Sumpf.

Für den 31. Oktober plant die Equinoxe-Organization schon das nächste Konzert im Bunker Club.
Diesmal soll es eine „Industrialnacht“ mit Propergol, Anenzepahlia, CON-DOM und Herbst9 geben.
Das Publikum bei dieser Veranstaltung wird nicht zuletzt wegen des Line-ups ähnlich gelagert sein, wie am vergangenen Samstag.
Damit bietet Mario Forberg, der neben dem Bunker Club auch das Subway to Peter betreibt, erneut Raum für eine braun-schwarze Mischszene.

Der Neofolk-Abend am 27. September war über dies nicht das erste Mal, dass in den Clubräumen auf dem Rosenplatz kritikwürdige Konzerte veranstaltet wurden.
Seit Jahren finden im Bunker grauzonige Psychobilly-, Oi-, und neuerdings auch Hiphopevents statt.
Die Antwort auf die Frage, wie das zum Image des Subway als „links-alternativer Schuppen“ passt, blieb uns Forberg bisher schuldig.
Unverständlich ist uns außerdem, dass der Subway-Betreiber angesichts dieser Situation in AJZ-Kreisen offensichtlich immer noch mit Samthandschuhen angefasst wird.

Wir werden nicht zulassen, dass sich der Bunker Club durch die Fahrlässigkeit und das Profitstreben Forbergs als Lokalität für politisch grenzwertige Subkultur-Events etabliert.

Antifa heißt Angriff! Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

Autonomes Aktionskomitee Karl-Marx-Stadt


Quelle: Homepage der Antifa Chemnitz, eingesehen am 12.10.2008

  1. O-Ton eines Konzertbesuchers [zurück]
  2. Adler, der ein Ichthys-Symbol („Christenfisch“) in seinen Klauen hält. Oft als „heidnisches“ Symbol verwendet. [zurück]
  3. Dresdner …label, auf dem u.a. Orplid, Nebelung und Sonne Hagal Tonträger veröffentlicht haben. [zurück]

Rechte Neofolk Konzerte in Halle

sol invictus Am 23.02.08 fand in der Palette ein Konzert mit den Bands „Barditus“ und „Triarii“ statt. Barditus ist das neue Musikprojekt von Uwe Nolte. Dieses Konzert und die am 23.03. und 30.04. werden vor allem auf Noltes Homepage beworben. Im Publi­kum befanden sich Menschen mit Braunhemden und Runen.
Am 23.03.08 (Ostersonntag) soll die Band „Sol Invictus“ und „Deutsch Nepal“ auftreten. Die Palette kündigt dieses Konzert als besonderen Tipp an und erwähnt die Biographie des Bandprojekts von Tony Wakeford auch richtig, dass er die umstrittene rechte Band „Death in June“ mitgründete. Dass Tony W. aus dieser Band 1984 ausgeschlossen wurde, da er Mitglied der rechtsextremen Partei National Front in GB war, wird nicht erwähnt.
Tony W. gründete dann das Projekt „Above the Ruins“ und beteiligte sich an dem Sampler „No Surrender! Volume 1″ mit dem Song „The Killing Zone“. Der Sampler wurde bei Rock`O`Rama 1985 veröffentlich. Weitere Bands auf dem Sampler waren „Skrewdriver“, „Ultima Thule“ und andere RAC (Rock against Communism) Bands. Ian Stuart spielte bei „Skrewdriver“ und gründete das Nazinetzwerk „Blood & Honour“. 1991 wurde der Sampler als Doppel-LP mit weiteren RAC/rechtsextremen Bands als Soli-Sampler für Ian Stuart, der in der BRD vor Gericht stand, veröffentlicht. Der Song „Killing Zone“ befand sich auch auf diesem Sampler.
Tony W. brach nach eigenen Angaben ´86/´87 mit dem Rechtsextremismus bevor er die Band „Sol Invictus“ (lateinisch der unbesiegte Sonnengott, oft ungenau übersetzt als der unbesiegbare Sonnengott) gründete. Bei den Römern galt Sol vielfach als höchster und mächtigster Gott. Daneben war damals im Römischen Reich der orientalische Kult des Mithras populär, besonders unter den Soldaten.
Nach der Christianisierung im 5. Jahrhundert gab es noch viele Sol-Verehrer, denn der Kirchenvater Augustinus hat gegen sie gepredigt, und noch im späten 6. Jahrhundert kam es im römischen Syrien zu einem Aufstand gegen die Christianisierungspolitik des Kaisers Tiberios I., der von Anhängern des Sol invictus Mithras getragen wurde. – Auf Mithras wird sich besonders gern in rechtsextremen Kreisen bezogen.


Am 30.04.08 sollen in der Palette „Fire & Ice“ spielen. Fire & Ice ist eine 1991 gegründete englische Neofolk-Band um den Frontmann Ian Read. fireicehalleRead beteiligte sich u.a. an Alben wie „Swastikas for Noddy“ 1996 (Swastika = Hakenkreuz) von Current 93 und „Brown Book“ Death In June. Wenig später wirkte er bei Sol Invictus mit und gründete die Band Fire & Ice.
In einem Interview mit dem Dark Wave Fanzine „Sigill“ (Nr. 8 ) erklärt Read, als er auf „faschistische und rassistische Ideen“ angesprochen wird: „Keine Idee ist völlig wertlos. Die Deutschen hatten einen riesigen Komplex, der ihnen, ehrlich gesagt, von einer Nachkriegsgehirnwäsche eingeimpft worden war. (…) Deutsche Magier sollten sich wirklich von den Meinungen darüber was „korrekt“ ist und was nicht (…), die ihnen die Leute aufgedrängt haben, befreien.“ Das Fanzine „Sigill“ wurde von Stephan Pockrandt herausgegeben.
Stefan Pockrandt betreibt auch das Label „Eislicht“. Laut www.nonpop.de ist „Eislicht- Label aus Dresden, dessen Gründungsimpulse das Erscheinen von Orplids Album „Orplid“ war. Eislicht gilt seit jeher als Label für neofolkloristische Qualitätsmusik und konnte somit auch stilprägend in der deutschen Neofolklandschaft wirken.“


www.nonpop.de wird von Christian Kapke betrieben. Sein Vorgängerprojekt war „Lichttaufe“ und „Lichtreigen“, eine Konzertreihe, die er in Jena und Umgebung organisierte. Sowohl die Homepage nonpop.de als auch lichttaufe.de sind auf ihn angemeldet. Auf nonpop.de wird für die Konzerte am 23.02., 23.03 und 30.04. in der Palette geworben. Die Homepage von Barditus und Orplid, den Bandprojekten von Uwe Nolte, noltex.de zitiert die Konzertbesprechungen und Bandreviews von lichttaufe.de ausführlich. Auf lichttaufe.de wird Uwe Nolte als Dichter vorgestellt. Als Bands kommen Blood Axis, Kirlian Camera, Sol Invictus, Sonne Hagal, Triarii und weitere Bands, die den rechten Rand des Wave-Gothic darstellen, vor.
Christian Kapke selbst war seit Juni 2000 Vorsitzender des Thüringer Landesverbandes der ‚Jungen Landsmannschaft Ostpreussen‘ (JLO), die den jährlichen Naziaufmarsch zur Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 organisiert.


Sein Bruder Andre Kapke ist organisatorischer Leiter des „Fest der Völker“, das internationale Nazi-Event in Jena seit 2005. Kapke, der in der Vergangenheit in der Neonaziorganisation „Thüringischer Heimatschutz“ organisiert war, hielt gemeinsam mit dem Pressesprecher der Veranstaltung und NPD-Mitglied Patrick Wischke den Polizeikontakt. Ralf Wohlleben NPD-Thüringen war Anmelder und Moderator der Veranstaltung.
Laut „Future“, der Zeitung des Jenaer Infoladens war Christian Kapke aktiv als Mitglied im Thüringer Heimatschutz, Mitglied der NPD, Mitglied der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen und im Landesvorstand in Thüringen, Mitglied des rechtskonservativen Arbeitskreises Christlicher Publizisten ACP, Gitarrist, Sänger und Texter der rechtsextremen Balladentruppe Eichenlaub und Anti-Antifa-Aktivist.


Heute versucht er sich ein bürgerliches Äußeres zu geben. Auf nonpop.de stellt er sich als Homepagegestalter und mehr vor und will von seinen Aktivitäten nichts wissen.

Uwe Nolte
versucht sich auch als Künstler und Freigeist darzustellen, ohne ein Rechter zu sein.


Uwe Nolte beteiligte sich mit seiner früheren Band „Rückgrat“ 1996 am Sampler zu Ehren Leni Riefenstahls, dieser wurde vom extrem rechten Verlag und Agentur Werner Symanek VAWS) veröffentlicht. VAWS hat u.a. den „okkultistischen Roman ‚Dunkle Wege‘ vom Nazi-Dichter und Hitler-Lehrer Dietrich Eckart, Bildbände von Nazi-Künstlern, Leni-Riefenstahl-Filme und CDs aus den Bereichen Industrial, EBM und Neo-Folk“ in seinem Programm. Weiterhin „arbeitet Symanek eng mit dem antisemitischen Musiker Joseph Maria Klumb alias Jay Kay (Forthcoming Fire, Weissglut, Von Thronstahl) zusammen, der in Anlehnung an den Autor Jan van Helsing an eine ‚jüdischen Weltverschwörung‘ glaubt und positiv auf Benito Mussolini Bezug nimmt“ (AFA Halle).
Die Debüt-Veröffentlichung von Orplid wurde 1997 neben Eis & Licht (Eislicht) auch vom Ultima Tonträger Versand beworben. Inhaber war der hallesche neonazistische Führungskader Sven Liebich („Nationaler Beobachter Halle-Merseburg“).
1998 beteiligte sich Orplid an der Compilation zu Ehren des hundertsten Geburtstages des italienischen Faschisten Julius Evola, die vom Label Eis & Licht produziert wurde.
Das Organ der NPD, Deutsche Stimme, schrieb in der Nr. 10, 1999 zur Maxi CD von Orplid: »Wem Frank Rennicke und Jörg Hähnel nicht ausreichen, der kommt an dieser Scheibe nicht vorbei.«
2000 posierte Uwe Nolte im Nazi-T-Shirt für den Katalog des Ultima Tonträger Versand von Sven Liebich.
Am 30.01.2001 verklagte er gemeinsam mit Martin Koller (Prophecy Productions) und Markus Stock (Empyrium, Klangstudio E) und Kim Larsen (Of The Wand And The Moon) die Grufties gegen Rechts, da diese sagten, sie würden ihnen „Verbreitung rechtsextremer Ideologien unterstellen“. Die Kläger bezogen sich auf die Broschüre „Die Geister die ich rief…“ von den Grufties gegen Rechts. Das Ermittlungsverfahren endete am 19.03.01 mit einem Freispruch der Grufties gegen Rechts.
Am 29./30.06.05 war Uwe Nolte mit einem Stand für Noltex auf dem Festival „Rock for Roots“. Dort spielten diverse rechte Bands und der Stand von Nolte war direkt neben einem Stand von Enrico Marx (Barabarossa Records). Die beiden unterhielten sich freundschaftlich. Enrico Marx ist sog. „Stützpunktleiter“ der JN-Sangerhausen. Sein Hof wurde im Rahmen der Razzien gegen JN-Strukturen am 10.03.08 wegen Volksverhetzung von der Polizei durchsucht. Die Nazis, die am 07.01.07 einen Brandanschlag auf die Asylbewerberunterkunft in Sangerhausen verübten, waren vorher bei einer Party von Enrico Marx. Der Prozess wegen versuchtem Mord findet gerade in Halle statt.
Der Auftritt von Orplid im Rahmen des Dark-Wave Festivals 2006 in Leipzig wurde auch von der NPD-Zeitung Deutsche Stimme positiv besprochen: „Frank Machau und Uwe Nolte gehören zu der kleinen Gruppe von Künstlern, die noch ganz stilsicher und sprachfertig aus dem abendländisch-antiken Erbe Europas schöpfen und dabei heidnische, romantische und christliche Motive verarbeiten.“
Die neurechte Schülerzeitung „Blaue Narzisse“ aus Chemnitz machte auf ihrer Internetseite für den Auftritt von Orplid am 25. Dezember 2006 Werbung. Eingetragen wurde dieser Veranstaltungshinweis von Felix Menzel einem Autor der „Jungen Freiheit“, welcher auch Kontakte zum rechten Institut für Staatspolitik unterhält.
2007 tauchte Uwe Nolte bei einem Nazikonzert im Saalkreis mit dem T-Shirt „Good Night – Left Side“ auf.


Auch die Zusammenarbeit der Labels und Bands um Uwe Nolte und Christian Kapke geht weiter: 07.03.08 haben Sol Invictus und Prophecy Production einen Plattenvertag abgeschlossen – Quelle: nonpop.de.


Konzerte in der Palette die von Uwe Nolte organisiert wurden waren unter anderem:
25.12.03 Bands: Fire & Ice, Sonne Hagal und Sonnentau
21.05.04 Bands: Heidevolk, Gernotshagen, Orlog und Haruc – fand durch Proteste in Thüringen statt
24.09.04 Bands: Backworld & Grünland
30.04.06 Bands: Quellenthal, Sonne Hagal, Fire+Ice
25.12.06 Bands: Orplid, Kammer Sieben und Quellenthal
23.02.08 Bands: Barditus, Triarii


weiteres unter:

Pressemitteilung der Grufties gegen Rechts zur Anklage von Nolte, Stock und co http://www.geister-bremen.de/presse.htm

Turn it down zur Palette
http://www.turnitdown.de/186.html?&type=98

Turn it down zu Sol Invictus
http://www.turnitdown.de/314.html?&type=98

Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Tony_Wakeford

auf Englisch zu Tony Wakeford:
http://www.stewarthomesociety.org/wakeford.html

Quelle: Indymedia

Zur Sol-Invictus Tour 2005

Stellungnahmen zu den abgesagten Sol Invictus-Konzerten

Die englische Neofolk-Band Sol Invictus um Tony Wakeford plante im Rahmen ihrer Neuveröffentlichung eine Tour durch mehrere Städte. Im Vorfeld dieser Veranstaltungen kam es in zahlreichen Städte zu Diskussionen über die politische Positionierung von Tony Wakeford und seiner Verankerung in das rechte Neofolk-Netzwerk. Schließlich wurde die Konzerte in Darmstadt (21.01.), Wien (25.01.), Zürich (29.01.) sowie Berlin (25.02.) aufgrund der verschiedensten Interventionen abgesagt. Auch eine kurze Erklärung Wakeford´s, die im Rahmen der Auseinandersetzungen am 18.01. veröffentlicht wurde, konnte die Fakten nicht im geringsten entschärfen. Die geplante Konzerte in Augsburg (22.01.) und Jena (26.02.), welches maßgeblich von dem rechten Konzertveranstalter lichttaufe.de organisert wird, sind weiterhin aktuell.

Konzertabsage (Goldene Krone Darmstadt)

Nachdem wir von vielen Email-Adressaten und Gästebuchträge auf die angeblich rechtsextreme Gesinnung des Musikers hingewiesen worden sind, hat die Goldene Krone das Konzert mit der umstrittenen Gruppe Sol Invictus am Fr.21.1.2005 unverzüglich abgesagt!

Da das Booking über einen externen Veranstalter erfolgte, waren uns im Vorfeld keinerlei Informationen über die Band bekannt. eines dieser emails im Wortlaut:

Die rechtsextreme Band Sol Invictus um den Sänger Tony Wakeford wird die nächsten Tage auf Tour in Deutschland sein.Tony Wakeford ist einer der Protagonisten des rechtsextremen Flügels der Darkwave- Szene. Tony Wakeford war aktiv in der Führungsriege der britischen National Front und hat unter dem Namen „Above the Ruins“ eine CD, die er zusammen mit dem Bassisten der Naziskin Band Screwdriver aufgenommen hat auf dem Rechtsrocklabel Rock O Rama veröffentlicht. In Österreich wurde das Konzert im Rahmen dieser Tour bereits verboten, in der Schweiz hat das Lokal, ein linksorientiertes Jugendzentrum, nachdem es von den wahren Hintergründen erfahren hat, das Konzert abgesagt.

Die Tourdaten für Deutschland:

20.1. – KREFELD (Kulturfabrik)

21.1. – DARMSTADT (Goldene Krone) abgesagt !

22.1. – AUGSBURG (Musikkantine „Elfenfolk Festival“)

25.2. – BERLIN (Kato)

26.2. – JENA (Altes Gut)

Wir werden die Veranstalter dieser Konzerte über die wahren Hintergründe aufklären, und hoffen, daß möglichst viele Leute aktiv werden, um diese Konzerte zu verhindern.

Konzertabsage (Kato/Berlin)

Das Konzert von Sol Invictus wird nach gründlicher Recherche aus folgenden Gründen von uns abgesagt:

1. Die Band kann sich – auch wenn sie das per oberflächlichem Statement versucht -nicht glaubhaft von rechtem und menschenverachtendem Gedankengut distanzieren bzw. lossagen.

2. Aufgrund von Wakefords persönlicher Biographie – die ja einige nicht nachvollziehbare Gesinnungswandel beinhaltet – kann man sich auf seine Aussagen wahrscheinlich genauso gut verlassen wie auf die Pünktlichkeit der DB.

3. Das zu erwarten ist das u.a. auch Fans der Band „Death in June“ ihr ehemaliges Idol sehen wollen, und wir diese Leute hier aber bestimmt nicht haben wollen.

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Offener Brief an das Kato zum Konzert von Sol Invictus und Aurum Nostrum

Sol Invictus sind keine Unbekannten für die Anhänger von Neo Folk. Unter Neo Folk ist v.a. der rechte Teil der Dark Wave Szene zu verstehen, der sich unter Bezug auf rechte Symbolik und Ideologieelemente von dem Rest der Szene abgrenzt. Diesem Teil der Dark Wave Szene geht es darum, sich als neue, konservative Elite zu inszenieren. Kritik an den rechten Gehalten und an den z.T. guten Kontakten zu Vetretern der Neuen Rechten wird seit Jahren pauschal zurückgewiesen.

Das Konzert im Kato ist mit den auftretenden Bands und seinen Veranstaltern ist ein gutes Beispiel für den rechten Teil der Dark Wave Szene. Die musikalische Biographie von Tony Wakeford, dem Kopf von Sol Invictus, begann Anfang der 80iger in England. Die Band hieß Crisis, mit dabei war u.a. Douglas Pearce und die Musik war Punk. Aus Crisis wurde 1981 Death in June und statt Punk spielte man Neo Folk. 1984 schmiss Pearce dann Wakeford, nach eigener Aussage bei Death in June raus, weil dieser rechtsorientierte Neigungen in die Band hineintrug. Wakeford gründete kurze Zeit später Sol Invictus. Pearce führte Death in June alleine weiter und wurde einer der wichtigsten Protagonisten des rechten Neo Folks. Er schmeisst heute wohl niemanden mehr wegen rechtsorientierter Neigungen aus der Band.

Doch auch, wenn sich Wakeford heute von jeder Ideologie distanziert, seine Texte sprechen eine andere Sprache: „Against the Modern World“, einer der populärsten Songs der Band, ist dem Titel eines Buches des Vordenkers des Faschismus Julius Evola entlehnt und die Neo Folk Klänge sollen die europäische Tradition versinnbildlichen. Wakeford geht es um den ‚spirituellen Verfall’ Europas und die Rückkehr zu einer heidnischen Religion. Er selbst nennt es die ‚Wiederentdeckung des Gestern für das Morgen’. Deshalb ist es nur logisch, wenn Wakeford seinen Beitrag zum 1994 erschienenen „Im Blutfeuer“ Sampler im Booklet mit „Alle Menschen sind Ungeziefer“ überschreibt.

Doch das Problem beim Konzert von Sol Invictus im Kato ist nicht allein die Geisteshaltung der Band. Es sind auch die Veranstalter- Eternal Soul aus Berlin und Fields of Sunset aus Rostock. Das Konzert wird nur über Webseiten wie Lichttaufe oder Ironflame angekündigt, die dem rechten Teil der Dark Wave Szene zuzuordnen sind. Karten gibt es nur über Vorbestellung bei Fields of Sunset. Plakate oder Flyer im Kato sucht man vergebens, auch auf der Webseite des Katos ist nichts vermeldet. Was hat man zu verbergen?

Aurum Nostrum, die Vorband des Abends aus Genthin in Sachsen- Anhalt, ist in rechten Neo Folk Kreisen ebenfalls bekannt. Sie sind auf zwei Samplern des Magazins/Labels Thaglasz aus Kassel vetreten, herausgegeben vom „Death in June Freundeskreis“, das bis 2002 erschien. Ebenfalls auf diesen Samplern vertreten war der Verantwortliche für Fields of Sunset, Enrico Eisert, mit seinem Projekt Axon Neuron/Vagwa. Die Mailadresse von Aurum Nostrum läuft direkt über Fields of Sunset aus Rostock. Die neueste Veröffentlichung der Band, auf eigenem Label, ist eine Split LP mit Sonne Hagal. Diese veröffentlichen ihre Platten sonst bei Eis und Licht, dem Label des ehemaligen Leiters des rechten Dresdner Dark Wave Fanzines Sigill, Stephan Pochkrandt.

Sieht man sich die Webseiten von Eternal Soul, Lichtaufe und Ironflame mal genauer an, wird schnell eins deutlich: Mann spricht deutsch. Die Bands auf dem Label von Eternal Soul heißen „Legion Condor“ oder „Offenssiv!“,. Links heissen auf Ironflame Verweise und eine CD bei Lichttaufe Lichtscheibe. Man kann sich also gut vorstellen, was für „Tonträger“ dann nach dem Konzert verkauft werden sollen. Sicher keine Depeche Mode Platten.

Das Sol Invictus Konzert im Kato ist kein Einzelfall. Bereits am 18.09.2004 spielte mit Kirlian Camera eine Band, die im rechten Teil der Dark Wave Szene viele Anhänger hat. Auch dieses Konzert wurde nur über die genannten Webseiten beworben, Karten konnte man allein an der Abendkasse und im Dark Store, einem Dark Wave Laden in der Boxhagener Straße, kaufen. Das Konzert von Kirlian Camera sorgte schon im Guestbook des Kato für Diskussionen, denn auch diese Band fiel schon häufiger wegen reaktionärer Äußerungen auf. Interessanterweise antwortete ein Vertreter von Eternal Soul auf die geäußerte Kritik und spielte alles herunter.

Mit Sol Invictus soll nun am 25.Februar zum wiederholten Mal innerhalb von kürzester Zeit im Kato eine Band spielen, die ihre Anhänger im rechten Teil der Dark Wave Szene hat. Diesen Leuten bietet das Kato so ein Forum, sich offen reaktionär zu äußern, Gleichgesinnte zu treffen und für ihren rechten Kulturkampf zu werben.

Wir fordern das Kato dazu auf, die Veranstalter zur Rede zu stellen, was der Scheiß soll. Warum wird eine Band eingeladen, die reaktionäre Inhalte verbreitet und Leute anzieht, die schon immer wussten was von Linken zu halten sei, nämlich gar nichts? Wir haben keinen Bock darauf, dass Typen wie Tony Wakeford in der immer gleichen Pose, die guten alten Zeiten besingen.

Wir fordern das Kato auf, Sol Invictus, Aurum Nostrum und die Veranstalter auszuladen.

AG Dark Wave von www.turnitdown.de.
zu erreichen unter: dark(at)turnitdown.de

Quelle: Turn it down

»Ästhetischer Sprengstoff«1

Am 25. Dezember 2003 fand in der halleschen Diskothek »Tanzbar Palette« ein Konzert mit den Bands Fire & Ice, Sonne Hagal und Sonnentau statt. Als Veranstalter dieses Konzertes traten Uwe Nolte (NOLTEx) und das Label Eis & Licht um den Dresdner Stephan Pockrandt auf. Sowohl die Bands als auch die Organisatoren gehören dem rechten Rand der Gothic- bzw. Gruftiszene an.
Die Betreiber der »Palette« wurden im Vorfeld mehrfach auf den Charakter des Konzertes und den politischen Background der Veranstalter aufmerksam gemacht, sie weigerten sich jedoch, die Veranstaltung abzusagen. Der folgende Text wurde im Vorfeld des Konzertes als Hintergrundinformation an verschiedene Initiativen und Institutionen verschickt.

Zu Weihnachten 2003 finden sich Uwe Nolte (NOLTEx) und Stephan Pockrandt zur Zusammenarbeit in Halle ein. Gemeinsam wollen sie in der bekannten Disko »Palette« ein ganz besonderes Konzert veranstalten. Am 25. Dezember sollen die Bands Fire & Ice, Sonne Hagal und Sonnentau ein Seitenprojekt von Uwe Nolte auftreten. Uwe Nolte ist mit der Band Orplid ebenso wie Sonne Hagal mit einigen Veröffentlichungen beim Label Pockrandts unter Vertrag. Pockrandt zeichnete als Chefredakteur für das Magazin Sigill und die ersten Ausgaben des Nachfolgeprojektes Zinnober verantwortlich und betreibt das Musiklabel Eis & Licht. Das Label veröffentlicht vor allem Bands, »deren Musik in unterschiedlicher Gewichtung Romantik, Militarismus, nordische Götterwelt und elitäres Gedankengut beinhaltet«.2

Musikalisch bewegen sich die Künstler im so genannten Neofolk, einer Richtung des Dark Wave, düsterer, melancholischer Musik unterschiedlicher Ausprägung, die üblicherweise mit den Grufties bzw. Gothics verbunden wird. Thematisch verarbeiten die Musiker im Neofolk heidnische und spirituelle Bezüge, die in einer neuen Form von Folk, also Volksmusik an die Wurzel des eigenen Daseins erinnern sollen. Wo man diese Wurzeln verortet, wird bei einem näheren Blick klar. Die Weitergabe »Runischen Wissens« durch die Band Sonne Hagal im Magazin Zinnober lobt die rechtsextreme Junge Freiheit als Annäherung an germanische Mystik.3 Sowohl Ian Read von Fire & Ice als auch Sonne Hagal gestalten ihr Artwork mit Verweis auf die »nordische Kultur« mit Runen, Read hat auf einer Veranstaltung beim Dark-Wave-Festival in Leipzig 2003 eine einschlägige Lesung gehalten.

Ian Read gehört mit der aus dem Split von Death in June hervorgegangen Band Sol Invictus zu den Gründungsfiguren des Neofolk. Sein Interesse für Odinismus, Heidentum und Magie führte u.a. zu seiner Mitgliedschaft bei der heidnischen Gruppe Illuminates of Thanateros (IOT). Nach seiner Trennung von Sol Invictus gründete er die Band Fire & Ice und sein eigenes kleines Label Fremdheit.

In einer der ersten Veröffentlichungen im Jahr 2000 kommt u. a. der amerikanische Neonazi Eric Owens zu einem musikalischen Auftritt.4 Uwe Nolte (Sonnentau, gemeinsam mit Frank Machau Orplid) hat die pathetische, deutschtümelnde musikalische Arbeit Beifall von extrem rechts verschafft.

So schreibt das Organ der NPD Deutsche Stimme zu einer 1999 erschienenen Maxi CD: »Wem Frank Rennicke und Jörg Hähnel nicht ausreichen, der kommt an dieser Scheibe nicht vorbei.«5 Das selbe Blatt analysiert 2003: »Eine Gruppe, die Musik wie Orplid macht, kann wohl nur aus Sachsen-Anhalt kommen, dem vielleicht mythengesättigsten deutschen Gau.«6 Dass es sich dabei nicht um Missverständnisse handelt, beweisen die musikalischen Beiträge auf zwei Samplern.

Mit seiner früheren Band Rückgrat beteiligte sich Nolte 1996 am Sampler für Leni Riefenstahl, der vom extrem rechten Verlag und Agentur Werner Symanek (VAWS) veröffentlicht wurde. Mit einschlägig bekannten Bands des rechten Dark Wave folgte 1998 ein Beitrag Orplids am Sampler zu Ehren des hundertsten Geburtstages des italienischen Faschisten Julius Evola, produziert von Eis & Licht.

Die Debüt-Veröffentlichung von Orplid wurde neben Eis & Licht auch vom Ultima Tonträger Versand beworben. Inhaber war der hallesche neonazistische Führungskader Sven Liebich. Auch ein aktueller Blick bestätigt die ideologische Nähe. Nolte versteht sich nicht nur als Musiker, sondern auch als Photograf und Dichter. Auf der offiziellen Website seiner Band Orplid findet man den Link zu www.godenholm:de.7 Die Seite widmet sich dem nationalrevolutionären Kreis um Ernst Niekisch und seiner in den zwanziger und dreißiger Jahren erschienen Zeitschrift Widerstand. Niekisch begann seinen politischen Weg in der Münchner Räterepublik mit einem antiegalitären, nationalistischen Sozialpatriotismus, der sich später zu einem faschistischen Entwurf von Staat und Gesellschaft verdichtete. Unter Wahrung der ökonomischen Struktur des Kapitalismus ging es ihm um die Errichtung eines Staates, in dem Kapitalinteresse und die sozialen Existenzbedingungen der Lohnabhängigen völlig dem Primat der Nation untergeordnet sind. Seine Kritik an der aufstrebenden NSDAP, heute oft als antifaschistische Kritik verklärt, führte zu seiner Inhaftierung ab 1935. Dabei galt sein Angriff einer in seinen Augen »legalistischen« Bewegung, motiviert in einem Konkurrenzkampf innerhalb des starken rechten, antidemokratischen Lagers der Weimarer Republik.

Uwe Noltes Dichtungen finden sich auf www.godenholm.de in einer Reihe mit Texten der so genannten Nationalrevolutionäre Ernst Niekisch, der Ikone nationalkonservativen Denkens, Ernst Jünger, und Ernst von Salomon, der 1922 am Mord an dem jüdischen Außenminister der Weimarer Republik, Walther Rathenau, beteiligt war. 8 Mit seinen Gedichten ist Nolte weiterhin im Arnshaugk Verlag vertreten, der auf www.godenholm.de ebenso verlinkt ist wie das nationalistische Querfrontblatt Wir selbst und die »neurechte« Zeitschrift Criticon.9

Anmelder der Webpräsenz von Orplid und www.godenholm.de ist Thomas Michael aus Halle. Mit dessen Unternehmungen schließt sich der Kreis wiederum zu Stephan Pockrandt. Unterstützt wird der fragwürdige kulturpolitische Hintergrund seines Labels durch das Zeitungsprojekt Sigill bzw. durch das Nachfolgeprojekt Zinnober. Das Blatt ist als Kultur- und Musikmagazin besonders durch seine affirmativen Darstellung nationalkonservativer Autoren »der extremen Rechten zuzuordnen«.10 Nachdem Pockrandt offiziell als Chefredakteur des Hochglanzmagazins zurückgetreten ist, haben Dominik Tischleder und Thomas Michael (Layout) die Redaktion übernommen. Die Zeitung, die ebenso wie das Label Eis & Licht begeisterte Rezensionen in rechtsextremen Publikationen findet, ist nicht das einzige politische Projekt, das Michael mit vorantreibt. Neben seinen theoretischen Reflexionen zu Ernst Jünger auf www.godenholm.de arbeitet er ebenfalls für das rechtsintellektuelle Institut für Staatspolitik (IfS) im Rittergut Schnellroda. Für das Zentrum um den in der Grauzone zwischen nationalkonservativ und rechtsextrem altgedienten Karl Heinz Weißmann gestaltet er deren Zeitschrift Sezession und entwickelte die Website des IfS. Die Aktivitäten auf den unterschiedlichen Ebenen von Musik, Zeitschriften, Verlagen bis zu rechten Denkfabriken decken sich in ihrem Bemühen rechte Ideologie hoffähig zu machen. Mit Jünger, Niekisch, Evola werden seit Jahrzehnten Modethemen der neuen Rechten bedient. Die Rezeption der rechten Protagonisten der Weimarer Republik und des Vordenkers des italienischen Faschismus soll nationales, antidemokratisches und elitäres Denken in einer von nationalsozialistischen Verbrechen freien Form präsentieren. Dies soll das Anknüpfen für die Rechte heute ebenso erleichtern wie ein bestimmter sprachlicher Gestus. So reiht man sich zum einen mit Eindeutschungen für gebräuchliche Anglizismen in die Praxis der rechtsextremen (Jugend)Szene ein, so wird das Internet zum Weltnetz, Links werden Verweise, CDs zu Lichtscheiben… Andererseits wird der politische Gehalt der kultur-politischen Aktivitäten vehement abgestritten, nationalsozialistische Bezüge gern ausgeklammert, elitäre und antidemokratische Einstellungen als »nonkonform« und »anarchisch« etikettiert.

Das Konzert am 25. Dezember werden nicht wenige Fans besuchen, die sich dieser ideologischen Bezüge bewusst sind. Bei vergleichbaren Anlässen kamen Darkwaver in schwarzen oder Tarn-Uniformen, bündischen Kniebundhosen, komplettiert mit SS-Symbolik wie Sigrunen oder Schwarzer Sonne zusammen. So findet sich die Aufforderung durch Uwe Nolte und Stephan Pockrandt in ihrer Veranstaltungsankündigung: »Anschließend möchten wir sie bitten, anlässlich der für uns alle festlichen Zeit in welcher das Konzert stattfindet, auf ein stilistisch sicheres und ordentliches äußeres Erscheinungsbild zu achten.«11 Dass damit weder Weihnachtsmannkostüm noch Smoking gemeint sind, ist bei dieser Veranstaltung offensichtlich.

AfA Halle,

November 2003

Quelle: Turn it down

  1. Claus-M. Wolfschlag, Autor der Jungen Freiheit, bezeichnete die Inhalte des Magazins Zinnober mit der Formulierung „Ästhetischer Sprengstoff“. Claus-M. Wolfschlag: Zinnober. Anarchistischer Ästhetizismus (Rezension), in: Junge Freiheit, Nr. 48 (2003), S. 3. [zurück]
  2. Thomas Naumann, Patrick Schwarz: Von der CD zur »Lichtscheibe«, in: Andreas Speit (Hg.): Ästhetische Mobilmachung. Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien, Münster 2002, S. 175. [zurück]
  3. Claus-M. Wolfschlag: Zinnober. Anarchistischer Ästhetizismus (Rezension), in: Junge Freiheit, Nr. 48 (2003), S. 12. [zurück]
  4. Christian Dornbusch: Von Landsertrommeln und Lärmorgien. Death in June und Kollaborateure, in: Andreas Speit (Hg.): Ästhetische Mobilmachung. Darkwave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien, Münster 2002, S. 134ff. [zurück]
  5. Musikrezensionen, in: Deutsche Stimme, Nr. 10 (1999), S. 13. Frank Rennicke und Jörg Hähnel sind als Liedermacher bei der NPD aktiv. [zurück]
  6. Hugo Fischer: Gegenkultur. Klänge zwischen Heimat, Kultur und Tradition, in: Deutsche Stimme, 3 (2003), o.S. [zurück]
  7. Http://www.orplid.de/verweise/oben-frames.html , November 2003. [zurück]
  8. Http://www.godenholm.de/1.Ebene/menue.htm , November 2003. [zurück]
  9. Http://www.godenholm.de/1.Ebene/link.htm , November 2003. [zurück]
  10. Christian Dornbusch: Zinnober, in: Bulletin. Schriftenreihe des Zentrums für Demokratische Kultur, 3 (2003), S. 26. [zurück]
  11. Mailinglist , Oktober 2003: Betreff: Fire & Ice/Sonnentau/ SonneHagal live. [zurück]