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„Soleil Noir“ – ein rechtsextremer Konzertveranstalter

Hausdurchsuchungen nach Verhinderung eines rechtsextremen Konzerts in Freiburg – Medienmitteilung der Antifa Bern vom 20. Februar 2009 mit Hintergrundinformationen zum Konzertveranstalter «Soleil Noir».

In einer konzertierten Aktion führten die Kantonspolizeien Freiburg und Bern am Morgen des 17. Februars 2009 mehrere Hausdurchsuchungen in Bern durch. Von den sieben in Gewahrsam genommenen Personen befindet sich eine nach wie vor in Untersuchungshaft.

Laut Kantonspolizei Freiburg stehen die Festnahmen im Zusammenhang mit dem Konzert der Band «Camerata Mediolanense» im Freiburger Club «Elvis et moi» vom 11. Oktober 2008. Eine Gruppe namens «Antifaschistische Aktion, Kommando nazifreie Subkultur» hatte damals mit einer gezielten Aktion gegen die Musikinstrumente und die Infrastruktur des Clubs einen Auftritt der Band verhindert: http://ch.indymedia.org/demix/2008/10/63569.shtml.

NS-Bezüge

Die Antifa Bern möchte aufgrund der laufenden Berichterstattung noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich bei der Konzertorganisatorin vom 11. Oktober 2008, «Soleil Noir», zweifelsfrei um eine rechtsextreme Konzertveranstaltungsgruppe handelt.

Nomen est omen: Die Schwarze Sonne, welche auch als zwölfarmiges Hakenkreuz oder ein Rad aus zwölf Sig-Runen gedeutet werden kann, diente der SS, der paramilitärischen Organisation der NSDAP, als Symbol einer nordisch-heidnischen Religion. «Soleil Noir» hat in den letzten Jahren bereits mehrfach rechtsextremen Dark-Wave- und Gothik-Bands eine Auftrittsmöglichkeit beschert, wie ein kurzer Überblick zeigt.

2002 veranstaltete «Soleil Noir» ein Konzert mit «Death in June» in Lausanne, einer Neofolk-Band, die sich offen nationalsozialistischer Ästhetik bedient: http://de.wikipedia.org/wiki/Death_in_June. 2004 organisierte die Gruppe einen Auftritt der Band «Der Blutharsch» in Yverdon, die NS-Gedankengut vertritt und etwa in Deutschland, Österreich und Deutschland mit der rechtsextremen Musikszene zusammenarbeitet: http://www.turnitdown.de/208.html. 2005 fand in Yverdon erneut ein «Soleil Noir»-Konzertabend statt, dieses Mal standen zwei rechtsextreme Dark-Wave-Bands, «Allerseelen» und «Belborn», auf der Bühne: http://www.antifa.ch/comm/comm051027.shtml.

Auch die Band «Camerata Mediolanese» passte bestens ins Veranstaltungsprogramm von «Soleil Noir». Im Jahr 2000 gab die «Camerata» beispielsweise ein Interview für die inzwischen verbotene deutsche Ausgabe des «Blood & Honour»-Magazins, des Organs des gleichnamigen rassistischen und gewalttätigen Neonazi-Netzwerks. Beendet wurde das Interview mit dem Wunsch, dass die Leserschaft «Gelegenheit hat, an einem der nächsten Camerata Mediolanense teilnehmen zu können.» (sic!)

Rückzug oder Auflösung von «Soleil Noir»?

Die Gruppe «Soleil Noir» hat ihre Website kurz nach dem gescheiterten Konzert mit «Camerata Mediolanese» vom 11. Oktober 2008 vom Netz genommen. Seither scheint sich die Organisation aus der Öffentlichkeit zurückgezogen zu haben. Ruft man die Homepage heute auf, so finden sich lediglich noch zwei Zeitungsausschnitte, mit denen die Gruppe noch ein letztes Mal krampfhaft versucht, sich vom Vorwurf des rechtsextremen Konzertveranstalters loszusagen.

Zu «Camerata Mediolanese» lässt sich noch anfügen, dass sich das italienische Wort «Camerata» sehr wohl auch mit «Kamerad» oder «Kameradschaft» übersetzen lässt. Abgerundet wird der reduzierte Webauftritt von «Soleil Noir» durch ein den Faschismus verharmlosendes Zitat: «I fascisti si dividono in due categorie: fascisti e antifascisti.» («Die Faschisten lassen sich in zwei Kategorien teilen: Faschisten und Antifaschisten»).

Quelle: Antifa Bern

Ist Soleil Noir rechtsextrem?

Der Überfall auf die Bar Elvis et moi vom letzten Samstag wirft einige Fragen auf. Zum Beispiel wer hinter dem Verein Soleil Noir steckt. Dieser organisierte das Konzert der Band Camerata Mediolanense. Am Samstag hatte eine Gruppe von Personen die Bar Elvis et moi in der Stadt Freiburg kurz und klein geschlagen, um wie sie in einer Mitteilung behauptet ein Konzert der rechtsextremen Dark-Wave-Band Camerata Mediolanense zu verhindern. Die Ermittlungen gegen die Täterschaft, laut Freiburger Kantonspolizei vermutlich Anhänger der linksextremen Szene, laufen immer noch.

Konkrete Ergebnisse gab es am Montag aber noch keine, wie Polizeisprecher Hans Maradan auf Anfrage sagte. Gegenüber den Medien hatte sich am Sonntag eine antifaschistische Gruppe mit dem Namen «Kommando nazifreie Subkultur» zur Tat bekannt.

Im braunen Dunstkreis

Aber wer ist die Band Camerata Mediolanense, gegen welche sich die Tat richten sollte? Indymedia, ein unabhängiges Netzwerk von Journalisten, entstanden aus der globalisierungskritischen Bewegung, schreibt im Internet: «Wie bei fast allen Bands aus der rechtsextremen Dark-Wave-Szene ist auch bei der Camerata Mediolanense die faschistische Gesinnung nicht auf den ersten Blick zu erkennen.» Gemäss dem Experten für Rechtsextremismus Hans Stutz wird die italienische Band jedoch im Buch «Ästhetische Mobilmachung. Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien», herausgegeben vom deutschen Journalisten Andreas Speit, erwähnt.

Für ihn lassen sich zudem einige Schlüsse aus den Anlässen ziehen, bei welchen die Camerata Mediolanense auftritt. So habe er die Band selber bei einem Konzert im waadtländischen La Sarraz im Jahr 2001 erlebt. Dort seien Gruppen aufgetreten wie die faschistische Band Blutharsch, und an einem Stand wurden Bücher über den Wegbereiter des italienischen Faschismus, Julius Evola, angeboten. Der geplante Auftritt der Camerata Mediolanense vom Samstag im «Elvis et moi» wurde von Soleil Noir organisiert. Soleil Noir ist ein Verein aus Lausanne, sein Präsident heisst Lars Kophal. Der Verein organisiert seit sieben Jahren Konzerte der Stilrichtung Neofolk und Dark Folk. Obwohl sich die Gruppe auf ihrer Website als völlig apolitisch bezeichnet, lehnt sie die globale Vereinheitlichung, «die grosse, fade Suppe des Multikulturalismus», ab.

Laut Hans Stutz gehört Soleil Noir definitiv zu jenem Teil der Gothic-Szene, welcher rechtsextreme Inhalte aufgenommen hat, insbesondere vom italienischen Faschismus und von der rumänischen Eisernen Garde. Dark-Wave-Bands wie Death in June, Allerseelen oder Blutharsch, die zum rechten Lager zählen, gehören zum Konzertprogramm von Soleil Noir. Lars Kophal bestreitet, dass diese Bands rechtsextremes Gedankengut verwenden.

Von Ästhetik angezogen

Valentine Jaquier, Inhaberin des «Elvis et moi», will von alledem nichts wissen. «Wer mich kennt, weiss, dass ich keinerlei Sympathien für rechtsextremistisches Gedankengut habe.» Sie sei komplett apolitisch. «Ich liebe den Gothic-Stil. Ich finde die Kleider und die Musik dieser Stilrichtung schön. Ich liebe auch den Dresscode.» Hans Stutz bestätigt: «Im Unterschied zu den dumpfbackenen Skins kommen die Leute der Gothic-Kreise sehr ästhetisch daher und wirken oder sind gebildet.» Auf Grund seiner Erfahrungen sagt er, dass es oft dieser Aspekt sei, der die Anhänger fasziniere.

Von rechtsextremistischem Gedankengut sei aber nur eine Minderheit der Gothic-Szene beeinflusst, betont Stutz: «Diese Minderheit betreibt eine Ästhetisierung des Faschismus, aber ohne ironische Untertöne.»

Quelle: BernerZeitung, 14.10.2008

Bunkermystik IV

Der rechtsextreme Teil der Gothic/Neofolk-Szene möchte sich wieder einmal ein Stelldichein geben. Dazu dient ein alter Weltkriegsbunker am Murtensee sowie 2 Bands und DJ’s. Mobilisiert wird konspirativ via E-Mail. Nur blöd, wenns dann an die Öffentlichkeit gelangt.

Organisiert wird der Anlass von Stephan Ribbaux, welcher unter dem Pseudonym „Mannaz“ die Internetseiten Nordkunst.ch und yggdrasil.ch.vu betreibt. Darauf finden sich neben Konzertberichten von rechten Neofolkbands unter anderem auch Beschreibungen, wie man gemütlich Filme von Leni Riefenstahl (Filmemacherin im 3.Reich) angesehen hat und ähnliches.

Auftreten sollche 2 Bands, namentlich Wappenbund und Trincea. Beides sind keine unbekannte Protagonisten, Trincea hat schon mehrmals an den Bunkermystik-Partys gespielt. Kein Wunder, ist doch Antonine aka DJ Antz der Kopf hinter Trincea eng mit Mannaz befreundet.
Antoine selber ist kein unbeschriebenes Blatt. Zusammen mit Lars Kophal (welcher gerne mal mit SS-Hut auftritt) ist er der führende Kopf von Soleilnoir.ch, welche sich verantwortlich zeigen für diverse Konzerte mit rechtsexremen Gothic/Neofolk-Bands. Unter anderem sei hier Death in June, Blood Axis, Allerseelen und Les Joyaux de la Princesse genannt.
Mehr zu Soleil Noir gibt es auf Antifa.ch Communique zu einer SoleilNoir-Veranstaltung: http://www.antifa.ch/comm/comm051027.shtml

Über Wappenbund ist nicht allzu viel bekannt. Wie die meisten dubiosen Bands in dieser Szene geben sie sich mit eindeutigen Aussagen bedeckt und lassen lieber Bilder sprechen. Eindeutig zweideutige CD-Covers sind nur ein Teil davon. Auch die CD-Titel sprechen einen Sprache, die aufhorchen lässt. Titel wie „Preussen“, „Heimatflamme“ und ähnliches hören sich verdächtig an. Dazu kommt, dass Wappenbund auf den Insidersites der rechten Neofolkgemeinde neben eindeutigen Bands wie Blood Axis, Allerseelen oder Von Thronstahl angeboten wird.

Auch der Flyer, mit welchem für die Party geworben wird, mindestens fragwürdig. Mit Kreuzrittersymbolik für ein Konzert und eine Party Werbung machen?

Diese Fakten zusammen mit der heimlichen Mobilisierung dürften verdeutlichen, was für ein Puplikum sich an diesem Abend an der Bunkermystik IV versammeln wird.

Quelle: Indymedia Schweiz

Rechts-Rock-Konzert am 29. Oktober in Yverdon

Medienmitteilung der Antifa Bern

Nicht zum ersten Mal veranstaltet «Soleil noir» («Schwarze Sonne») ein Konzert mit Bands, welche der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind. Zu nennen sind beispielsweise der Auftritt von «Death In June» 2002 in Lausanne oder das Konzert mit «Der Blutharsch» im Lokal «Les Citrons Masqués» 2004 in Yverdon. Im «Les Citrons Masqués» ist nun erneut eine Veranstaltung mit zwei Rechts-Rock-Bands geplant: Am Samstag, 29. Oktober 2005, sollen dort «Allerseelen» und «Belborn» auftreten.

Die Band «Allerseelen» aus Österreich ist eine der bekanntesten Bands aus dem rechtsextremen Spektrum des «Dark Wave». Gründer und zentrale Figur der Gruppe ist Gerhard Petak alias Adam Kadmon. Er versucht, sich und die Band immer wieder als unpolitisch darzustellen, und versteht sich als Opfer einer Hetzkampagne, welche er mit der Judenverfolgung in Nazideutschland vergleicht und folgendermassen beschreibt: «Offenbar braucht jede Kultur ein Hexenmal, einen Judenstern. […] Heute ist der Faschismusvorwurf gegen die industrielle Musik und Dark Wave ein Judenstern. […] Die Judensterne sehen heute anders aus, es sind ariosophische völkische Zeichen, Runen, Thorshammer, Kruckenkreuz, Hakenkreuz» (Black 14/1998).

Dass es sich dabei keinesfalls nur um eine Hetzkampagne handelt, wird schnell deutlich, wenn man/frau sich eingehender mit «Allerseelen» beschäftigt. Beispielsweise ist Petak der Herausgeber einer Reihe von Heften mit dem Titel «Ahnstern», wobei sich Teile davon explizit mit Personen des Naziregimes wie Karl Maria Willigut oder Exponenten von anderen faschistischen Bewegungen, beispielsweise Corneliu Codreanu, befassen.

Karl Maria Willigut, alias K. M. Weisthor, war bis 1938 Leiter des Amtes für Vor- und Frühgeschichte im persönlichen Stab Himmlers. Petaks Aussagen zufolge war Willigut auch der Initiant des Mosaiks der Schwarzen Sonne in der Wewelsburg. Zwischen 1933 und 1945 wurde die Wewelsburg von der SS genutzt. Himmlers Plan war es, die Gebäude in eine «Reichsführerschule der SS» zu transformieren. Zudem sollte sie als repräsentative und ideologische Zentrale des SS ausgebaut werden. Die Schwarze Sonne, welche auch als zwölfarmiges Hakenkreuz oder ein Rad aus zwölf Sig-Runen gedeutet werden kann, diente der SS als Symbol einer nordisch-heidnischen Religion. Es handelt sich dabei nicht um ein historisches Symbol, sondern um ein Erzeugnis der SS. Nicht zufällig ziert sie denn auch das Cover der «Allerseelen»-CD «Gotos – Kalender» und ist gleichzeitig das Bandlogo.

Codreanu gründete 1923 in Rumänien die nationalistische «Legion Erzengel Michael», welche sich ab 1931 die «Eiserne Garde» nannte. Er propagierte den Faschismus und war ein bekennender Antisemit. Gesänge und Märsche der «Eisernen Garde» sowie eine Rede von Codreanu veröffentlichte «Allerseelen» auf zwei ihrer Singles.

Die zweite angekündigte Band, «Belborn», gehört ebenfalls zu den Verehrern von Corneliu Codreanu. So sind die «Neofolker» mit einem ihrer Songs «Erde der Ahnen» auf dem Sampler «Codreanu – Eine Erinnerung an den Kampf» vertreten. Denselben Song veröffentlichten sie auf einem weiteren Sampler «Prezent! – Compilatie de muzica nationalista», welcher über die rechtsextreme Organisation «Noua Dreaptä» («Neue Rechte») aus Rumänien vertrieben wurde. Darauf vertreten war unter anderen auch der deutsche Liedermacher Frank Rennicke.

Der deutsche Neonazi Christian Kapke, welche beim «Neofolk»-Magazin «Lichttaufe» mitarbeitet, sagt, «dass man bewusst versucht, politische Inhalte über Kunst zu transportieren, einfach weil es dadurch unscheinbarer oder entsprechend eingängiger erscheint» (vgl. Text von Thomas Naumann auf turnitdown.de). Die Aussagen von Christian Kapke verdeutlichen das eigentliche Ziel der rechtsextremen «Dark Wave»- und «Neofolk»-Bands: die Verbreitung neonazistischer Ideologie.

Kein brauner Ton in Yverdon!

Null Bock auf Nazi-Rock!

Antifa Bern

Quelle: Antifa Bern