Archiv der Kategorie 'HauRucK'

Informationen zu „Dernière Volonté“ und „HAURUCK!“

„Dernière Volonté“ („Der letzte Wille“) ist die Military-Pop-Band des französischen Musikers Geoffroy D. (bei Live-Auftritten in der Regel mit Trommler-Unterstützung). Als Band-Logo diente lange Zeit das Zeichen der in Frankreich stationierten SS-Division „Götz von Berlichingen“. Thematisch beschäftigt sich Geoffroy D. insbesondere mit Vichy-Frankreich, Kameradschaftlichkeit und der Gedankenwelt faschistischer und reaktionärer „Vordenker“.

So beteiligte sich Dernière Volonté 2001 mit dem Lied „Ma Foi Est Mon Combat“ („Mein Glaube ist mein Kampf“) an einem CD-Sampler zu Ehren des rumänischen Reaktionärs Corneliu Codreanu, Anführer des antisemitisch-nationalistischen Kampfbundes „Legion Erzengel Michael“.

Schnell jedoch wurde das alte Logo durch ein selbstentworfenes, unbedenkliches Symbol ausgetauscht. Die Nutzung von SS-Symbolik „bedauert“ Geoffroy D. nun öffentlich und beteuert zu der Teilnahme an dem Codreanu-Sampler förmlich genötigt worden zu sein. Interesse habe nur an dessen „gnostischer und föderaler Seite“ bestanden. Nach dieser Distanzierung, die über das rechte Internetportal „Neo-Form.de“ erfolgt ist, fährt er jedoch fort die „Intelligenz […] und [das] maßloses Werk“ Albert Speers, dem er mit „A.Speer“ ein Lied gewidmet hat, zu loben und bezeichnet es als ein „schreckliches Ende [..], dass A. Speer zu all diesen „verfemten“ Künstlern“ gehöre.

Trotz einiger ästhetischer „Entschärfungen“ – die Musik von Geoffroy D. wird zunehmend poppiger – bewegt Dernière Volonté sich inhaltlich weiterhin auf bekannten Pfaden. So auch auf ihrer neusten Veröffentlichung mit dem Titel „Devant Le Miroir“ („Vor dem Spiegel“).
Die CD setze sich hauptsächlich mit dem Buch „Le Feu Follet“ („Das Irrlicht“) des Faschisten Pierre Drieu la Rochelle auseinander. (Ein Zitat von la Rochelle: „Wir europäischen Faschisten […]. Wir können beruhigt sterben. Wir haben eine Aufgabe vollbracht, die andere als wir in Europa nicht vollbringen konnten.“)

Die CD kommt in rechten Szene-Kreisen gut an. So erhält sie auch in der Zeitschrift „zwielicht“ (verlinkt auf der [krankpop]-Homepage) des rechten CD-Labels Eis&Licht (ebenfalls verlinkt bei [krankpop]) von Stephan Pockrandt eine – sehr aufschlussreiche – positive Kritik:


[…] ihre Musik wurde poppiger […]. Ein streng militärisches Flair bleibt jedoch durch die militärischen Trommeln, das Bühnenoutfit und die virilen Texte, die den Wert der „Kameradschaft“ preisen, erhalten. […] Auf „Devant Le Miroir“ sind die Pop-Elemente noch erheblich ausgebaut worden, atmosphärisch und konzeptionell bleibt jedoch alles beim Alten, und das ist auch gut so, denn ihr Stil ist einfach stimmig […] Textlich wird auf die großen Europäer Pierre Drieu La Rochelle und Guillaume Apollianaire zurückgegriffen

Rochelle, seit 1934 Parteigänger des französischen Faschismus, leitete von 1940 bis ’43 die avantgardistische Literaturzeitschrift NRF und veröffentlichte drei Bücher. Nach dem Sieg der Alliierten beging er Selbstmord. Sein Grab ziert die letzte Seite des Booklets der CD „Devant Le Miroir“. Darüber steht der Text des Liedes „Die Freude Vor Dem Tod“ („La Joie Devant La Mort“).

Eine gewisse „Grauzone“, in der sich viele Bands dieser Musiksparte bewegen, hat Dernière Volonté auch durch die enge Zusammenarbeit mit der rechten Military-Pop Band „Der Blutharsch“ und dessen Label „HAURUCK!“ verlassen.

„Der Blutharsch“ ist ein Musikprojekt des Österreichers Albin Julius. Gegründet 1997, fiel „Der Blutharsch“ schnell durch exzessive Verwendung nationalsozialistischer Symbolik (u.a.. handelt es sich bei dem Bandlogo um ein Eisernes Kreuz mit Lorbeerkranz) und Tonausschnitten aus der NS-Zeit auf. Julius, der in Interviews ein totalen Migrationsstopp fordert und von einer Rückkehr zu einem Europa der Nationalstaaten phantasiert, arbeitet dabei sehr eng mit bekennenden Sozialdarwinisten, wie z.B. dem US-Noise-Künster Boyd Rice, zusammen (Zitat: „Wenn ich irgendwelche Probleme diesbezüglich hätte, würde ich wohl nicht mit ihm auf Tour gehen.”).

Neben Mitgliedern der Band „Genocide Organ“ („Sprachrohr des Völkermords“), die bei Live-Auftritten auch schon mal lautstark „Freiheit für Pinochet!“ fordern (und auch bei [krankpop] in der Playlist auftauchen), war Geoffroy P. von Dernière Volonté dabei mehrmals mit von der Partie. Neben diversen Split-LPs von Dernière Volonté und Der Blutharsch wirkte dieser auch auf der Blutharsch-Veröffentlichung „Time is thee enemy!“ mit – ebenso wie der Kopf von Genocide Organ.

Dies ist kaum verwunderlich, handelt es sich bei Dernière Volonté doch um eines der Vorzeige-Projekte des rechten Labels „HAURUCK!“, das Albin Julius von Der Blutharsch betreibt.

Dernière Volonté reiht sich dabei ein in Veröffentlichungen von rechten Bands wie „Spiritual Front“, “Zetazeroalfa”, „SPQR” etc. und rechten Musikprojekten wie die “Adresso viene il bello”, die Vertonung italienischer Märsche, größtenteils aus der Zeit des Mussolini-Faschismus. Eine Gesellschaft in der man sich allem Anschein nach sehr wohl fühlt – auch die nächste CD wird wohl auf „HAURUCK!“ erscheinen.

Quelle: Polit-Cafe Azzoncao

Der Blutharsch

Das Projekt “Der Blutharsch” wurde von Albin Julius gegründet, welcher zuvor mit anderen Musikern als “The Moon Lay Hidden Beneath A Cloude” (kurz: TMLHBAC) musizierte. Diese Band löste sich 1998 nach einer Tour mit Boyd Rice (bekannt als NON, rechter Klangkünstler aus den USA) aufgrund interner Spannungen auf. TMLHBAC kann als unpolitisch angesehen werden. Dem “Black” (Musikmagazin) sagte Albin Julius über TMLHBAC: “Die Band selbst hat nichts mit Politik zu tun und auch musikalisch sehe ich keinen Zusammenhang, da wir ja keine politischen Messages rüberbringen.” (Black 5/ Herbst 1996/ S.32)

Schon 1996, also zwei Jahre vor der Trennung von TMLHBAC, veröffentlichte Albin Julius auf dem Label “Arthur´s Round Table” seine erste unbetitelte LP von “Der Blutharsch”. Mit diesem Projekt kommt auch Politik ins Spiel. Albin Julius wieder im Black, diesmal zu “Der Blutharsch”: “Ich bin optimistisch, dass die Währungsunion nicht stattfinden wird…, sich die EU im neuen Jahrtausend wieder auflösen, und unser Kontinent hoffentlich wieder aus Nationalstaaten bestehen wird, und die Migration endlich gestoppt wird.” (Black 11/ Früh-jahr 1998/ S. 47) Albin Julius spricht in diesem Zusammenhang wichtige politische Themen der europäischen Staaten an und nimmt eine harte rechte Position ein. Zum Glück lag er mit seinen “Hoffnungen” falsch. Weiterhin gesellt sich zu seiner mehr als konservativen Haltung zur EU, dem Euro und der Migration eine Verehrung von Krieg: “Woher das Interesse (für Krieg -Anm. des Verfassers) stammt, kann ich nicht genau sagen. Krieg an sich finde ich faszinierend und ein durchaus menschliches Phänomen.” (Black 11/ Frühjahr 1998/ S. 47)

Weitaus politischer im Bezug auf Krieg äußert er sich in einem anderen Interview:“It´s not my job to judge the role of Russia in WWII – as this is an interview about music and not politics. I just can tell you that history is always written by the winners – but I think soon it might be re-written.” (Achtung Baby! Interview/ Juli 1999). Nach Albin Julius könne man des weiteren die Musik von “Der Blutharsch” am besten bei “dimmed light, a cigar and a glass of good Scottish malt whiskey. Or during an airrade in a bunker…)” http://drugie.here.ru/derblut/press, 12.03.2000) hören. Die Veröffentlichung von “Der Blutharsch” scheinen oft das Dritte Reich und Krieg allgemein zu verherrlichen. Dazu tragen optische Mittel bei: Es werden die Sig-Rune (bekannt als das S der SS im Dritten Reich) und das Eiserne Kreuz bedenkenlos verwendet. Einen Höhepunkt an faschistischer Ästhetik erreichte “Der Blutharsch” mit dem 1998 erschienen Live-Video “Gold gab ich für Eisen”. Geboten wurde unter anderem die “Finnish version of “Lili Marleen” named “Lisa Pien” to Europäische Freiwillige der Waffen SS an Mrsch der Sturmartillerie.” (http://drugie.here.ru/derblut/main 12.03.2000). “Lili Marleen” wurde 1915 von Hans Leip ge-schrieben, welcher später durch den fragwürdigen Hit des Dritten Reichs “Bomben auf England” traurige Berühmtheit erreichen sollte. Weiterhin verwundert die Verehrung der “europäischen Freiwilligen der Waffen SS”, welche oft Gefangene in Straflagern waren und damit dem Tod entkamen. Wie weit hier also von überzeugten Nazis geredet werden kann oder von stolzen Soldaten und Freiwilligen mag also im Raume stehen bleiben. Wilhelm Herich (von der Gruppe “Genocide Organ”), neben Albin zweiter Sänger auf dieser Tour, beendet den Mitschnitt mit den Worten “free Pinochet, Freiheit für Pinochet!”. Hier wird Solidarität mit dem grausamen Ex-Diktator von Chile gezeigt, welcher vielen Nazigrößen nach dem Untergang des Dritten Reichs Unterschlupf gewährte. Weiterhin wurde er dafür bekannt, dass er viele seiner politischen Gegner in einem Sportstadion foltern und töten ließ. Weiterhin wird in dem Video eine Flasche mit einem Hakenkreuz-Etikett in die Kamera gehalten.

Albin Julius betreibt zwei Labels: “WKN (Wir kapitulieren niemals)” und “HAU RUCK (An allen Fronten)”. Während auf “WKN” nur “Der Blutharsch” veröffentlicht wird, erscheinen auf “HAU RUCK!” auch andere teils rechte, teils unpolitische Bands aus dem NeoFolk- und elektronischen Musikbereich. Ein Beispiel für unpolitische Veröffentlichung ist die Musik des Berliners C.O. Casper. Andere Gruppen, schon weit aus politischer, sind z.B. die Neo-Folk Band “Decadence” aus Griechenland und die Industrial Gruppe “Reutoff” (Russland). Es erschien auch “:Of The Wand And The Moon:” bei “HAU RUCK!”. Diese haben inzwischen es bis in die großen Magazine Orkus, Zillo und Sonic Seducer geschafft. “Decadence” befanden sich z.B. 2003 auf dem Sampler “Triumph des Todes”, auf dem sich auch “Von Thronstahl” (Industrial), die Band des extremen Rechten Josef Maria Klump, und “The Days of the Trumped Call” (NeoFolk), von Josef Maria Klump Mitmusiker. Josef Maria Klump und “Von Thronstahl” kommen von dem rechten Label “VAWS” (“Verlag und Agentur Werner Symanek”), welcher auch Publikationen von “The Days of the Trumped Call” vertreibt. Das zeigt wie wenig Berührungsängste die Bands und das Label “HAU RUCK!”) mit extremen Rechten haben.

Aber nicht nur in Deutschland und Österreich finden solche Schulterschlüsse statt. Besonders in Italien kooperiert das Label von Albin Julius mit dem rechten Flügel der Musikszene und/oder bedient deren Markt. Beispielsweise erschien auf “HAU RUCK!” die 7” “Adresso viene il bello”. Er selbst beschreibt diese Veröffentlichung wie folgt: “(…) a nice selec-tion of italien marchmusic. One of the best marches ever written.” Die meisten Lieder auf dieser Schallplatte stammen aus der Zeit des faschistischen Italiens unter Mussolini. Auf “HAU RUCK!” wurde inzwischen weitere italienische “Klassiker” der 20er und 30er Jahre veröffentlicht. Eine weitere Arbeit mit Italiens rechten Musikszene ist die Split-Single (2003) zwischen “Der Blutharsch” und den italienischen Rechtsrockern “Zeta-zeroalfa”.

Die Zusammenarbeit mit der italienischen Musikszene ist für Albin Julius so interessant, dass er die Division (Sublabel) “HAU RUCK! SPQR” in Italien eröffnete. Dort werden neben “Der Blutharsch” und “Zetazeroalfa” auch die Rechtsrock Band “SPQR” veröffentlicht (wieder eine Split-Single, diesmal zwischen “Zetazeroalfa” und “SPQR”).

Alle Zusammenarbeiten von Albin Julius mit “Der Blutharsch” oder “HAU RUCK!” genau zu beleuchten würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, deshalb hier eine schlichte Aufzählung von Namen mit denen der Österreicher zusammen gearbeitet hat. Alles Gruppen aus dem rechten oder zumindest fragwürdigen Spektrum: “Of The Wand And The Moon:”, “Ain Soph”, “Zetazeroalfa”, “Decadence”, “Reutoff”, “Death In June”, “NON”, “Blood Axis”, “Novy Svet, “Genocide Organ”. Über Boyd Rice sagte Albin Julius gegenüber dem Black “Über die üblichen Vorwürfe werde ich keinen Kommentar abgeben. Wenn ich irgendwelche Probleme diesbezüglich hätte, würde ich wohl nicht mit ihm auf Tour gehen.” (Black 11/ Frühjahr 1998/ S. 46) Wenn Albin Julius diese Aussage auf alle Zusammenarbeiten bezieht, dann steht er hinter einem Sammelsurium aus rechtem, radikalen und völkischem Gedankengut.

Das Albin Julius aber längst keine unbekannte Person ist, zeigt seine Zusammenarbeit mit dem süddeutschen Electro- und Industrial-Projekt “:Wumps-cut:”, des Musikers Rudy Ratzinger. “:Wumpscut:” ist ein relativ renommiertes Musikprojekt der schwarzen Szene. Zwar arbeitete Rudy Ratzinger bei “:Wumpscut:” immer wieder mit Themen wie dem Dritten Reich oder Krieg, schien diese Dinge jedoch nie zu affirmieren. Jegliche Vorwürfe in diese Richtung konnten durch ein gut durchdachtes Konzept zurückgewiesen werden. Als jedoch “Der Blutharsch” einen Remix für die Single “:Wreath Of Barbes:” (2002) aus dem gleichnamigen Album anfertigte und später noch einen Remix (“Achtung”) für das Raritäten Album “Preferential Tribe” (2003), wurde der Sachverhalt in der Kiosk-Presse der schwarzen Szene thematisiert. Während Orkus und Zillo das Thema ansprachen und sich mit kurzen Antworten zufrieden gaben, erhob das Sonic Seducer schon beim ersten Remix 2002 schwere Vorwürfe und erwartete Erklärungen. Rudy Ratzinger schrieb in einer E-Mail: “Einfache Antwort: Der Mann hat einen der besten Remixes überhaupt abgeliefert. Mit Albin Julius Image werden wir gemessen an Osama bin Ladens Verhalten vom 11.09.2001 dann schon alle fertig werden, happich Recht? Ja, happich. Beste Grüße.” (Sonic Seducer/ 06.2002/ S.18/ Rechtschreibung und Satzbau im Orginal) Nachdem das Sonic Seducer sich mit dieser Antwort aus guten Gründen nicht zufrieden gab, antwortete Rudy Ratzinger auf erneute Anfrage: “Genug in die Nesseln gesetzt. – Nein nix in der Richtung.” (Sonic Seducer/ 06.2002/ S.18/ Rechtschreibung und Satzbau im Orginal). Nach einem weiteren Artikel des Sonic Seducers gegen die Zusammenarbeit von “:Wumpscut:” und “Der Blutharsch” stellte Rudy Ratzinger jegliche Zusammenarbeit mit dem Musikmagazin ein. Auch auf den umfangreichen Brief der Grufties gegen Rechts (Kassel)/ Strange People Against Racism wollte er nicht näher antworten. Dafür gab es eine umfangreiche, äußerst polemische Erklärung auf der Website von “:Wumpscut:”. In dieser distanzierte sich der Musiker kein Stück von seinen Zusammenarbeiten mit Albin Julius. Es ist traurig, wie sich Rudy Ratzinger in eine fragliche Ecke stellt und Albin Julius der breiten Öffentlichkeit unkritisch vorstellt.

Doch nichts anderes tut MTV, das den Clip “By The Hands Of The Master” (2003) von “Der Blutharsch” ausstrahlten. Dieser relativ professionell produzierte Clip nimmt immer wieder provokante Anleihen, jedoch nicht mehr als “Marilyn Manson” in seinem Musikvideo zu “The New Shit”. Ohne ein Wissen über “Der Blutharsch” nimmt man Uniformen und Symbole unhinterfragt auf.

Mit dem steigenden Bekanntheitsgrad von Albin Julius und “Der Blutharsch” soll auch Bezug auf deren Website (www.derblutharsch.com Stand 14.02.2002) genommen werden, wo das ganze rechte Merchandise von “Der Blutharsch” erworben werden kann, wie auch die Produkte von “HAU RUCK!”. Neben dem kommerziellen Bereich und einigen kleinen Geschenken an die Fans (MP3 Sektion, usw.) bot das Guestbook einige Interessante Einblicke in die Köpfe der Fans von “Der Blutharsch”. Hier wurde von “(…)good old Germany(…)”, “(…)Heil DB(…)”, “(…)Wir werden siegen!(…)”, “love the Victory(…)!!!” und “(…)the law of the strong, this is our law, and the joy of the world.” Die Aussagen wirken anachronistisch, revisionistisch, sozialdarwinistisch und einfach nur dumm. Den fast schon lustigen Beitrag von Dmitry Kaznacheev in diesem Guestbook darf man dem Leser nicht vorenthalten: “Hello! I am Dmitry Kaznacheev from Novosibirsk, Russia. I have heard the songs of Der Blutharsch. I like this style of music too much, cause my philosophy is the traditionalism. I am the member of National-Bolshevism Party of Russia (rechtsextreme Partei in Russland. – Anm. des Verfassers), we love the history of Euroasia, Germany and Italy in 20-30s of XX (art and culture), Russia in 1917 – 1945, all the heroic and extremal persons in the world, etc. We hate America and New World Order. I have a linke of Der Blutharsch´s page on my page. I also like Laibach.” Was hier wegen des simplen Englisch sehr witzig klingt, zeigt anschaulich, was für Fans “Der Blutharsch” anzieht. Inzwischen (2003/2004) wurde dieses Guestbook von der Seite gelöscht und durch ein neues ersetzt. Ob dies passierte, da man neue Fans nicht vergraulen wollte und seine politische Richtung zu vertuschen oder weil man über den öffentlichen Druck nachgedacht hat, ist nicht klar.

Als Resümee bleibt nur übrig zu sagen, dass Albin Julius mit einer verqueren Welt aus Krieg, reaktionären Ansätzen, Sieg und Gewalt arbeitet. Natürlich kann nicht gesagt werden, ob er dies aus Überzeugung oder kommerziellen Gesichtspunkten tut. Jedenfalls ist seine Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Musikszene in Deutschland, Österreich und Italien inakzeptabel. Selbst “Das Gothic- und Dark Wave-Lexicon” von Peter Matzke und Tobias Seeliger war kritisch gegenüber “Der Blutharsch”: “Ebenso wie Death in June wurde und wird Albin Julius vorgeworfen, rechtes Gedankengut zu streuen. Teilweise scheinen diese Vorwürfe nachvollziehbar: Samples, Texte und Artworks gehen bisweilen weit über reine Provokation hinaus.“ (“Blutharsch, Der” aus “Das Gothic- und Dark Wave-Lexicon” von Peter Matzke und Tobias Seeliger). Ansonsten werden fragwürdige Bands in diesem Buch von rechten Vorwürfen immer pauschal freigesprochen.

dieser Artikel stammt aus dem Störenfried Nr. 16

Autoren sind:http://www.ggr-ks.de/

Quelle: Turn it down