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Rechte Neofolk Konzerte in Halle

sol invictus Am 23.02.08 fand in der Palette ein Konzert mit den Bands „Barditus“ und „Triarii“ statt. Barditus ist das neue Musikprojekt von Uwe Nolte. Dieses Konzert und die am 23.03. und 30.04. werden vor allem auf Noltes Homepage beworben. Im Publi­kum befanden sich Menschen mit Braunhemden und Runen.
Am 23.03.08 (Ostersonntag) soll die Band „Sol Invictus“ und „Deutsch Nepal“ auftreten. Die Palette kündigt dieses Konzert als besonderen Tipp an und erwähnt die Biographie des Bandprojekts von Tony Wakeford auch richtig, dass er die umstrittene rechte Band „Death in June“ mitgründete. Dass Tony W. aus dieser Band 1984 ausgeschlossen wurde, da er Mitglied der rechtsextremen Partei National Front in GB war, wird nicht erwähnt.
Tony W. gründete dann das Projekt „Above the Ruins“ und beteiligte sich an dem Sampler „No Surrender! Volume 1″ mit dem Song „The Killing Zone“. Der Sampler wurde bei Rock`O`Rama 1985 veröffentlich. Weitere Bands auf dem Sampler waren „Skrewdriver“, „Ultima Thule“ und andere RAC (Rock against Communism) Bands. Ian Stuart spielte bei „Skrewdriver“ und gründete das Nazinetzwerk „Blood & Honour“. 1991 wurde der Sampler als Doppel-LP mit weiteren RAC/rechtsextremen Bands als Soli-Sampler für Ian Stuart, der in der BRD vor Gericht stand, veröffentlicht. Der Song „Killing Zone“ befand sich auch auf diesem Sampler.
Tony W. brach nach eigenen Angaben ´86/´87 mit dem Rechtsextremismus bevor er die Band „Sol Invictus“ (lateinisch der unbesiegte Sonnengott, oft ungenau übersetzt als der unbesiegbare Sonnengott) gründete. Bei den Römern galt Sol vielfach als höchster und mächtigster Gott. Daneben war damals im Römischen Reich der orientalische Kult des Mithras populär, besonders unter den Soldaten.
Nach der Christianisierung im 5. Jahrhundert gab es noch viele Sol-Verehrer, denn der Kirchenvater Augustinus hat gegen sie gepredigt, und noch im späten 6. Jahrhundert kam es im römischen Syrien zu einem Aufstand gegen die Christianisierungspolitik des Kaisers Tiberios I., der von Anhängern des Sol invictus Mithras getragen wurde. – Auf Mithras wird sich besonders gern in rechtsextremen Kreisen bezogen.


Am 30.04.08 sollen in der Palette „Fire & Ice“ spielen. Fire & Ice ist eine 1991 gegründete englische Neofolk-Band um den Frontmann Ian Read. fireicehalleRead beteiligte sich u.a. an Alben wie „Swastikas for Noddy“ 1996 (Swastika = Hakenkreuz) von Current 93 und „Brown Book“ Death In June. Wenig später wirkte er bei Sol Invictus mit und gründete die Band Fire & Ice.
In einem Interview mit dem Dark Wave Fanzine „Sigill“ (Nr. 8 ) erklärt Read, als er auf „faschistische und rassistische Ideen“ angesprochen wird: „Keine Idee ist völlig wertlos. Die Deutschen hatten einen riesigen Komplex, der ihnen, ehrlich gesagt, von einer Nachkriegsgehirnwäsche eingeimpft worden war. (…) Deutsche Magier sollten sich wirklich von den Meinungen darüber was „korrekt“ ist und was nicht (…), die ihnen die Leute aufgedrängt haben, befreien.“ Das Fanzine „Sigill“ wurde von Stephan Pockrandt herausgegeben.
Stefan Pockrandt betreibt auch das Label „Eislicht“. Laut www.nonpop.de ist „Eislicht- Label aus Dresden, dessen Gründungsimpulse das Erscheinen von Orplids Album „Orplid“ war. Eislicht gilt seit jeher als Label für neofolkloristische Qualitätsmusik und konnte somit auch stilprägend in der deutschen Neofolklandschaft wirken.“


www.nonpop.de wird von Christian Kapke betrieben. Sein Vorgängerprojekt war „Lichttaufe“ und „Lichtreigen“, eine Konzertreihe, die er in Jena und Umgebung organisierte. Sowohl die Homepage nonpop.de als auch lichttaufe.de sind auf ihn angemeldet. Auf nonpop.de wird für die Konzerte am 23.02., 23.03 und 30.04. in der Palette geworben. Die Homepage von Barditus und Orplid, den Bandprojekten von Uwe Nolte, noltex.de zitiert die Konzertbesprechungen und Bandreviews von lichttaufe.de ausführlich. Auf lichttaufe.de wird Uwe Nolte als Dichter vorgestellt. Als Bands kommen Blood Axis, Kirlian Camera, Sol Invictus, Sonne Hagal, Triarii und weitere Bands, die den rechten Rand des Wave-Gothic darstellen, vor.
Christian Kapke selbst war seit Juni 2000 Vorsitzender des Thüringer Landesverbandes der ‚Jungen Landsmannschaft Ostpreussen‘ (JLO), die den jährlichen Naziaufmarsch zur Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 organisiert.


Sein Bruder Andre Kapke ist organisatorischer Leiter des „Fest der Völker“, das internationale Nazi-Event in Jena seit 2005. Kapke, der in der Vergangenheit in der Neonaziorganisation „Thüringischer Heimatschutz“ organisiert war, hielt gemeinsam mit dem Pressesprecher der Veranstaltung und NPD-Mitglied Patrick Wischke den Polizeikontakt. Ralf Wohlleben NPD-Thüringen war Anmelder und Moderator der Veranstaltung.
Laut „Future“, der Zeitung des Jenaer Infoladens war Christian Kapke aktiv als Mitglied im Thüringer Heimatschutz, Mitglied der NPD, Mitglied der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen und im Landesvorstand in Thüringen, Mitglied des rechtskonservativen Arbeitskreises Christlicher Publizisten ACP, Gitarrist, Sänger und Texter der rechtsextremen Balladentruppe Eichenlaub und Anti-Antifa-Aktivist.


Heute versucht er sich ein bürgerliches Äußeres zu geben. Auf nonpop.de stellt er sich als Homepagegestalter und mehr vor und will von seinen Aktivitäten nichts wissen.

Uwe Nolte
versucht sich auch als Künstler und Freigeist darzustellen, ohne ein Rechter zu sein.


Uwe Nolte beteiligte sich mit seiner früheren Band „Rückgrat“ 1996 am Sampler zu Ehren Leni Riefenstahls, dieser wurde vom extrem rechten Verlag und Agentur Werner Symanek VAWS) veröffentlicht. VAWS hat u.a. den „okkultistischen Roman ‚Dunkle Wege‘ vom Nazi-Dichter und Hitler-Lehrer Dietrich Eckart, Bildbände von Nazi-Künstlern, Leni-Riefenstahl-Filme und CDs aus den Bereichen Industrial, EBM und Neo-Folk“ in seinem Programm. Weiterhin „arbeitet Symanek eng mit dem antisemitischen Musiker Joseph Maria Klumb alias Jay Kay (Forthcoming Fire, Weissglut, Von Thronstahl) zusammen, der in Anlehnung an den Autor Jan van Helsing an eine ‚jüdischen Weltverschwörung‘ glaubt und positiv auf Benito Mussolini Bezug nimmt“ (AFA Halle).
Die Debüt-Veröffentlichung von Orplid wurde 1997 neben Eis & Licht (Eislicht) auch vom Ultima Tonträger Versand beworben. Inhaber war der hallesche neonazistische Führungskader Sven Liebich („Nationaler Beobachter Halle-Merseburg“).
1998 beteiligte sich Orplid an der Compilation zu Ehren des hundertsten Geburtstages des italienischen Faschisten Julius Evola, die vom Label Eis & Licht produziert wurde.
Das Organ der NPD, Deutsche Stimme, schrieb in der Nr. 10, 1999 zur Maxi CD von Orplid: »Wem Frank Rennicke und Jörg Hähnel nicht ausreichen, der kommt an dieser Scheibe nicht vorbei.«
2000 posierte Uwe Nolte im Nazi-T-Shirt für den Katalog des Ultima Tonträger Versand von Sven Liebich.
Am 30.01.2001 verklagte er gemeinsam mit Martin Koller (Prophecy Productions) und Markus Stock (Empyrium, Klangstudio E) und Kim Larsen (Of The Wand And The Moon) die Grufties gegen Rechts, da diese sagten, sie würden ihnen „Verbreitung rechtsextremer Ideologien unterstellen“. Die Kläger bezogen sich auf die Broschüre „Die Geister die ich rief…“ von den Grufties gegen Rechts. Das Ermittlungsverfahren endete am 19.03.01 mit einem Freispruch der Grufties gegen Rechts.
Am 29./30.06.05 war Uwe Nolte mit einem Stand für Noltex auf dem Festival „Rock for Roots“. Dort spielten diverse rechte Bands und der Stand von Nolte war direkt neben einem Stand von Enrico Marx (Barabarossa Records). Die beiden unterhielten sich freundschaftlich. Enrico Marx ist sog. „Stützpunktleiter“ der JN-Sangerhausen. Sein Hof wurde im Rahmen der Razzien gegen JN-Strukturen am 10.03.08 wegen Volksverhetzung von der Polizei durchsucht. Die Nazis, die am 07.01.07 einen Brandanschlag auf die Asylbewerberunterkunft in Sangerhausen verübten, waren vorher bei einer Party von Enrico Marx. Der Prozess wegen versuchtem Mord findet gerade in Halle statt.
Der Auftritt von Orplid im Rahmen des Dark-Wave Festivals 2006 in Leipzig wurde auch von der NPD-Zeitung Deutsche Stimme positiv besprochen: „Frank Machau und Uwe Nolte gehören zu der kleinen Gruppe von Künstlern, die noch ganz stilsicher und sprachfertig aus dem abendländisch-antiken Erbe Europas schöpfen und dabei heidnische, romantische und christliche Motive verarbeiten.“
Die neurechte Schülerzeitung „Blaue Narzisse“ aus Chemnitz machte auf ihrer Internetseite für den Auftritt von Orplid am 25. Dezember 2006 Werbung. Eingetragen wurde dieser Veranstaltungshinweis von Felix Menzel einem Autor der „Jungen Freiheit“, welcher auch Kontakte zum rechten Institut für Staatspolitik unterhält.
2007 tauchte Uwe Nolte bei einem Nazikonzert im Saalkreis mit dem T-Shirt „Good Night – Left Side“ auf.


Auch die Zusammenarbeit der Labels und Bands um Uwe Nolte und Christian Kapke geht weiter: 07.03.08 haben Sol Invictus und Prophecy Production einen Plattenvertag abgeschlossen – Quelle: nonpop.de.


Konzerte in der Palette die von Uwe Nolte organisiert wurden waren unter anderem:
25.12.03 Bands: Fire & Ice, Sonne Hagal und Sonnentau
21.05.04 Bands: Heidevolk, Gernotshagen, Orlog und Haruc – fand durch Proteste in Thüringen statt
24.09.04 Bands: Backworld & Grünland
30.04.06 Bands: Quellenthal, Sonne Hagal, Fire+Ice
25.12.06 Bands: Orplid, Kammer Sieben und Quellenthal
23.02.08 Bands: Barditus, Triarii


weiteres unter:

Pressemitteilung der Grufties gegen Rechts zur Anklage von Nolte, Stock und co http://www.geister-bremen.de/presse.htm

Turn it down zur Palette
http://www.turnitdown.de/186.html?&type=98

Turn it down zu Sol Invictus
http://www.turnitdown.de/314.html?&type=98

Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Tony_Wakeford

auf Englisch zu Tony Wakeford:
http://www.stewarthomesociety.org/wakeford.html

Quelle: Indymedia