Archiv der Kategorie 'Eis & Licht'

Informationen zu „Dernière Volonté“ und „HAURUCK!“

„Dernière Volonté“ („Der letzte Wille“) ist die Military-Pop-Band des französischen Musikers Geoffroy D. (bei Live-Auftritten in der Regel mit Trommler-Unterstützung). Als Band-Logo diente lange Zeit das Zeichen der in Frankreich stationierten SS-Division „Götz von Berlichingen“. Thematisch beschäftigt sich Geoffroy D. insbesondere mit Vichy-Frankreich, Kameradschaftlichkeit und der Gedankenwelt faschistischer und reaktionärer „Vordenker“.

So beteiligte sich Dernière Volonté 2001 mit dem Lied „Ma Foi Est Mon Combat“ („Mein Glaube ist mein Kampf“) an einem CD-Sampler zu Ehren des rumänischen Reaktionärs Corneliu Codreanu, Anführer des antisemitisch-nationalistischen Kampfbundes „Legion Erzengel Michael“.

Schnell jedoch wurde das alte Logo durch ein selbstentworfenes, unbedenkliches Symbol ausgetauscht. Die Nutzung von SS-Symbolik „bedauert“ Geoffroy D. nun öffentlich und beteuert zu der Teilnahme an dem Codreanu-Sampler förmlich genötigt worden zu sein. Interesse habe nur an dessen „gnostischer und föderaler Seite“ bestanden. Nach dieser Distanzierung, die über das rechte Internetportal „Neo-Form.de“ erfolgt ist, fährt er jedoch fort die „Intelligenz […] und [das] maßloses Werk“ Albert Speers, dem er mit „A.Speer“ ein Lied gewidmet hat, zu loben und bezeichnet es als ein „schreckliches Ende [..], dass A. Speer zu all diesen „verfemten“ Künstlern“ gehöre.

Trotz einiger ästhetischer „Entschärfungen“ – die Musik von Geoffroy D. wird zunehmend poppiger – bewegt Dernière Volonté sich inhaltlich weiterhin auf bekannten Pfaden. So auch auf ihrer neusten Veröffentlichung mit dem Titel „Devant Le Miroir“ („Vor dem Spiegel“).
Die CD setze sich hauptsächlich mit dem Buch „Le Feu Follet“ („Das Irrlicht“) des Faschisten Pierre Drieu la Rochelle auseinander. (Ein Zitat von la Rochelle: „Wir europäischen Faschisten […]. Wir können beruhigt sterben. Wir haben eine Aufgabe vollbracht, die andere als wir in Europa nicht vollbringen konnten.“)

Die CD kommt in rechten Szene-Kreisen gut an. So erhält sie auch in der Zeitschrift „zwielicht“ (verlinkt auf der [krankpop]-Homepage) des rechten CD-Labels Eis&Licht (ebenfalls verlinkt bei [krankpop]) von Stephan Pockrandt eine – sehr aufschlussreiche – positive Kritik:


[…] ihre Musik wurde poppiger […]. Ein streng militärisches Flair bleibt jedoch durch die militärischen Trommeln, das Bühnenoutfit und die virilen Texte, die den Wert der „Kameradschaft“ preisen, erhalten. […] Auf „Devant Le Miroir“ sind die Pop-Elemente noch erheblich ausgebaut worden, atmosphärisch und konzeptionell bleibt jedoch alles beim Alten, und das ist auch gut so, denn ihr Stil ist einfach stimmig […] Textlich wird auf die großen Europäer Pierre Drieu La Rochelle und Guillaume Apollianaire zurückgegriffen

Rochelle, seit 1934 Parteigänger des französischen Faschismus, leitete von 1940 bis ’43 die avantgardistische Literaturzeitschrift NRF und veröffentlichte drei Bücher. Nach dem Sieg der Alliierten beging er Selbstmord. Sein Grab ziert die letzte Seite des Booklets der CD „Devant Le Miroir“. Darüber steht der Text des Liedes „Die Freude Vor Dem Tod“ („La Joie Devant La Mort“).

Eine gewisse „Grauzone“, in der sich viele Bands dieser Musiksparte bewegen, hat Dernière Volonté auch durch die enge Zusammenarbeit mit der rechten Military-Pop Band „Der Blutharsch“ und dessen Label „HAURUCK!“ verlassen.

„Der Blutharsch“ ist ein Musikprojekt des Österreichers Albin Julius. Gegründet 1997, fiel „Der Blutharsch“ schnell durch exzessive Verwendung nationalsozialistischer Symbolik (u.a.. handelt es sich bei dem Bandlogo um ein Eisernes Kreuz mit Lorbeerkranz) und Tonausschnitten aus der NS-Zeit auf. Julius, der in Interviews ein totalen Migrationsstopp fordert und von einer Rückkehr zu einem Europa der Nationalstaaten phantasiert, arbeitet dabei sehr eng mit bekennenden Sozialdarwinisten, wie z.B. dem US-Noise-Künster Boyd Rice, zusammen (Zitat: „Wenn ich irgendwelche Probleme diesbezüglich hätte, würde ich wohl nicht mit ihm auf Tour gehen.”).

Neben Mitgliedern der Band „Genocide Organ“ („Sprachrohr des Völkermords“), die bei Live-Auftritten auch schon mal lautstark „Freiheit für Pinochet!“ fordern (und auch bei [krankpop] in der Playlist auftauchen), war Geoffroy P. von Dernière Volonté dabei mehrmals mit von der Partie. Neben diversen Split-LPs von Dernière Volonté und Der Blutharsch wirkte dieser auch auf der Blutharsch-Veröffentlichung „Time is thee enemy!“ mit – ebenso wie der Kopf von Genocide Organ.

Dies ist kaum verwunderlich, handelt es sich bei Dernière Volonté doch um eines der Vorzeige-Projekte des rechten Labels „HAURUCK!“, das Albin Julius von Der Blutharsch betreibt.

Dernière Volonté reiht sich dabei ein in Veröffentlichungen von rechten Bands wie „Spiritual Front“, “Zetazeroalfa”, „SPQR” etc. und rechten Musikprojekten wie die “Adresso viene il bello”, die Vertonung italienischer Märsche, größtenteils aus der Zeit des Mussolini-Faschismus. Eine Gesellschaft in der man sich allem Anschein nach sehr wohl fühlt – auch die nächste CD wird wohl auf „HAURUCK!“ erscheinen.

Quelle: Polit-Cafe Azzoncao

Kirlian Camera in Sachsen

Kirlian Camera zählen zu den bekanntesten Bands aus dem rechten Neofolkspektrum. Die Tour anlässlich ihrer neuen CD soll sie nach Meissen und Görlitz führen.

Konzerte am Rechten Rand
- am 10. und 11. Februar spielen KIRLIAN CAMERA in Sachsen -
eine Kurzmitteilung der antifa2005

Wenn die italienische Band Kirlian Camera die zwei einzigen Konzerte in Deutschland während ihrer aktuellen Tournee am 10. Februar im Luisenkeller zu Görlitz und tags darauf in der Meissener Hafenstraße geben wird, werden unter den Gästen nicht nur musikbegeisterte Grufties, Gothics und DarkWaver sein.

Auch eine ganze Reihe von Aktivistinnen und Aktivisten des extrem rechten Neofolksspektrums wird sich einfinden und sofern die Band ihr Lied „U-Bahn V.2 HEILIGENSTADT“ spielen wird, auch der hier gesampelten Rede von Corneliu Codreanu lauschen. (CD Kirlian Camera: Todesengel. The Fall Of Life. 1991)


the first…

Codreanu war Begründer und Führer der faschistischen „Legion Erzengel Michael“ in Rumänien, die sich später „Eiserne Garde“ nannte. Die extrem rechte Vereinigung beging Feme-Morde und war insbesondere durch ihren aggressiven Antisemitismus berüchtigt geworden. (vergl. Informationsdienst gegen Rechtsextremismus: www.idgr.de)
Innerhalb der rechten Darkwaveszene besitzt Codreanu Kultstatus
Konsequenterweise waren Kirlian Camera neben anderen einschlägigen Projekten vertreten auf dem geplanten Codreanu-Gedenk-Sampler „Erinnerung an den Kampf – official release of the commandants and generals of the iron guard“ – Das Begleitbuch sollten u.a. Texte des
italienischen Faschisten Julius Evola und des deutschen Nationalisten Ernst Jünger ergänzen. (vergl. Dornbusch/Raabe:RechtsRock. Bestandsaufnahme und
Gegenstrategien. Münster 2002)

the second…

Für ein gemeinsames Konzert von Kirlian Camera im Sommer 2000 in Kassel mit Kapo!, Ostara (vormals strength through joy), Les Joyeaux De La Princesse, Death in June sowie Aurum Nostrum – allesamt rechts zu verortende Bands – warb u.a. die Freie Nationale Jugend Celle. (Speit: Ästhetische Mobilmachung. Münster 2002)
Das wundert nicht, sind Kirlian Camera doch bekannt für ihre Auftritte mit Dia- und Videoinstallationen, bei denen dann auch mal Hakenkreuze und Szenen aus dem Dritten Reich im Hintergrund über die Leinwand flackern, davor der schwarz uniformierte Sänger der Band.

the third…

Mit dem Nebenprojekt Stalingrad beteiligte sich Kirlian Camera an einem Gedenk-Sampler für Josef Thorak, einem der relevantesten nationalsozialistischen Bildhauer. Das Lied „er Letzte Flug“ ist benannt nach einer gleichnamigen Statue Thoraks, welche eine Frau mit ihrem toten Sohn im Arm darstellt.
„Der durch die Verbindung des Namens Stalingrad mit der Plastik Der Letzte Flug zustande kommende Interpretationsrahmen meint weniger den tragischen Tod eines einzelnen Menschen als den „Opfergang“ der Wehrmachtssoldaten. (…) Es ist der Schmerz der Täter,
das Leid der Opfer bleibt in dem Song unerwähnt, sodass er ein Trauergesang für den „gefallenen Helden“, für den „Opfergang für Volk und Vaterland“ ist. (Speit: Ästhetische
Mobilmachung. Münster 2002)
Natürlich, wie symptomatisch für die rechte DarkWaveszene, versucht auch Kirlian Camera beständig die Kritiken zu relativieren, es handele sich vielmehr um Kunst, Ästhetik, und überhaupt sei man doch unpolitisch.

the fourth…

Die Hafenstraße Meissen gilt als eher alternativ geprägter Klub. Nichtsdestotrotz konnten dort schon einmal im November 1998 offen agierende Neonazis auftreten. Organisiert vom Dresdner Szeneverlag EisLicht fand ein Konzert der US-Amerikanischen Band Blood Axis statt.
Dessen Kopf Michael Moynihan macht keinen Hehl aus seiner Meinung: „Einerseits denke ich, daß die Zahl 6 Millionen nur zufällig und ungenau und wahrscheinlich eine große Übertreibung ist. Ich habe revisionistische Bücher gelesen, die gut gegen den Holocaust-‘Kanon‘ argumentieren, und selbst die jüdischen Historiker verändern fortwährend ihre Ansprüche. Doch mein Hauptproblem bezüglich der Revisionisten ist, daß sie von der Annahme ausgehen, das Töten Millionen unschuldiger Menschen sei als solches ‚böse‘. Mehr und mehr neige ich zur entgegengesetzten Schlußfolgerung. Ich geriete nicht aus der Fassung, wenn ich herausfände, daß die Nazis jede ihnen zugeschriebene Grausamkeit begangen hätten – ich zöge es vor, wenn es wahr wäre.“ (In einem Interview mit No Longer A Fanzine, zitiert nach Alfred Schobert:
Heidentum, Musik und Terror in Junge Welt, 18.4.1997)

the end …

Wir halten den geplanten Auftritt von Kirlian Camera nicht für einen fauxpas der Hafenstraße Meissen und des Luisenkeller Görlitz. Konzertveranstaltungen mit solchen Bands sind Podien für die Darstellung einer martialischen maskulinen, faschistoiden Ästhetik unter Verwendung entsprechender Symbolik.

Wir werden dem etwas entgegenzusetzen wissen.

antifa2005 at web.de

Quelle: Indymedia

Zur Sol-Invictus Tour 2005

Stellungnahmen zu den abgesagten Sol Invictus-Konzerten

Die englische Neofolk-Band Sol Invictus um Tony Wakeford plante im Rahmen ihrer Neuveröffentlichung eine Tour durch mehrere Städte. Im Vorfeld dieser Veranstaltungen kam es in zahlreichen Städte zu Diskussionen über die politische Positionierung von Tony Wakeford und seiner Verankerung in das rechte Neofolk-Netzwerk. Schließlich wurde die Konzerte in Darmstadt (21.01.), Wien (25.01.), Zürich (29.01.) sowie Berlin (25.02.) aufgrund der verschiedensten Interventionen abgesagt. Auch eine kurze Erklärung Wakeford´s, die im Rahmen der Auseinandersetzungen am 18.01. veröffentlicht wurde, konnte die Fakten nicht im geringsten entschärfen. Die geplante Konzerte in Augsburg (22.01.) und Jena (26.02.), welches maßgeblich von dem rechten Konzertveranstalter lichttaufe.de organisert wird, sind weiterhin aktuell.

Konzertabsage (Goldene Krone Darmstadt)

Nachdem wir von vielen Email-Adressaten und Gästebuchträge auf die angeblich rechtsextreme Gesinnung des Musikers hingewiesen worden sind, hat die Goldene Krone das Konzert mit der umstrittenen Gruppe Sol Invictus am Fr.21.1.2005 unverzüglich abgesagt!

Da das Booking über einen externen Veranstalter erfolgte, waren uns im Vorfeld keinerlei Informationen über die Band bekannt. eines dieser emails im Wortlaut:

Die rechtsextreme Band Sol Invictus um den Sänger Tony Wakeford wird die nächsten Tage auf Tour in Deutschland sein.Tony Wakeford ist einer der Protagonisten des rechtsextremen Flügels der Darkwave- Szene. Tony Wakeford war aktiv in der Führungsriege der britischen National Front und hat unter dem Namen „Above the Ruins“ eine CD, die er zusammen mit dem Bassisten der Naziskin Band Screwdriver aufgenommen hat auf dem Rechtsrocklabel Rock O Rama veröffentlicht. In Österreich wurde das Konzert im Rahmen dieser Tour bereits verboten, in der Schweiz hat das Lokal, ein linksorientiertes Jugendzentrum, nachdem es von den wahren Hintergründen erfahren hat, das Konzert abgesagt.

Die Tourdaten für Deutschland:

20.1. – KREFELD (Kulturfabrik)

21.1. – DARMSTADT (Goldene Krone) abgesagt !

22.1. – AUGSBURG (Musikkantine „Elfenfolk Festival“)

25.2. – BERLIN (Kato)

26.2. – JENA (Altes Gut)

Wir werden die Veranstalter dieser Konzerte über die wahren Hintergründe aufklären, und hoffen, daß möglichst viele Leute aktiv werden, um diese Konzerte zu verhindern.

Konzertabsage (Kato/Berlin)

Das Konzert von Sol Invictus wird nach gründlicher Recherche aus folgenden Gründen von uns abgesagt:

1. Die Band kann sich – auch wenn sie das per oberflächlichem Statement versucht -nicht glaubhaft von rechtem und menschenverachtendem Gedankengut distanzieren bzw. lossagen.

2. Aufgrund von Wakefords persönlicher Biographie – die ja einige nicht nachvollziehbare Gesinnungswandel beinhaltet – kann man sich auf seine Aussagen wahrscheinlich genauso gut verlassen wie auf die Pünktlichkeit der DB.

3. Das zu erwarten ist das u.a. auch Fans der Band „Death in June“ ihr ehemaliges Idol sehen wollen, und wir diese Leute hier aber bestimmt nicht haben wollen.

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Offener Brief an das Kato zum Konzert von Sol Invictus und Aurum Nostrum

Sol Invictus sind keine Unbekannten für die Anhänger von Neo Folk. Unter Neo Folk ist v.a. der rechte Teil der Dark Wave Szene zu verstehen, der sich unter Bezug auf rechte Symbolik und Ideologieelemente von dem Rest der Szene abgrenzt. Diesem Teil der Dark Wave Szene geht es darum, sich als neue, konservative Elite zu inszenieren. Kritik an den rechten Gehalten und an den z.T. guten Kontakten zu Vetretern der Neuen Rechten wird seit Jahren pauschal zurückgewiesen.

Das Konzert im Kato ist mit den auftretenden Bands und seinen Veranstaltern ist ein gutes Beispiel für den rechten Teil der Dark Wave Szene. Die musikalische Biographie von Tony Wakeford, dem Kopf von Sol Invictus, begann Anfang der 80iger in England. Die Band hieß Crisis, mit dabei war u.a. Douglas Pearce und die Musik war Punk. Aus Crisis wurde 1981 Death in June und statt Punk spielte man Neo Folk. 1984 schmiss Pearce dann Wakeford, nach eigener Aussage bei Death in June raus, weil dieser rechtsorientierte Neigungen in die Band hineintrug. Wakeford gründete kurze Zeit später Sol Invictus. Pearce führte Death in June alleine weiter und wurde einer der wichtigsten Protagonisten des rechten Neo Folks. Er schmeisst heute wohl niemanden mehr wegen rechtsorientierter Neigungen aus der Band.

Doch auch, wenn sich Wakeford heute von jeder Ideologie distanziert, seine Texte sprechen eine andere Sprache: „Against the Modern World“, einer der populärsten Songs der Band, ist dem Titel eines Buches des Vordenkers des Faschismus Julius Evola entlehnt und die Neo Folk Klänge sollen die europäische Tradition versinnbildlichen. Wakeford geht es um den ‚spirituellen Verfall’ Europas und die Rückkehr zu einer heidnischen Religion. Er selbst nennt es die ‚Wiederentdeckung des Gestern für das Morgen’. Deshalb ist es nur logisch, wenn Wakeford seinen Beitrag zum 1994 erschienenen „Im Blutfeuer“ Sampler im Booklet mit „Alle Menschen sind Ungeziefer“ überschreibt.

Doch das Problem beim Konzert von Sol Invictus im Kato ist nicht allein die Geisteshaltung der Band. Es sind auch die Veranstalter- Eternal Soul aus Berlin und Fields of Sunset aus Rostock. Das Konzert wird nur über Webseiten wie Lichttaufe oder Ironflame angekündigt, die dem rechten Teil der Dark Wave Szene zuzuordnen sind. Karten gibt es nur über Vorbestellung bei Fields of Sunset. Plakate oder Flyer im Kato sucht man vergebens, auch auf der Webseite des Katos ist nichts vermeldet. Was hat man zu verbergen?

Aurum Nostrum, die Vorband des Abends aus Genthin in Sachsen- Anhalt, ist in rechten Neo Folk Kreisen ebenfalls bekannt. Sie sind auf zwei Samplern des Magazins/Labels Thaglasz aus Kassel vetreten, herausgegeben vom „Death in June Freundeskreis“, das bis 2002 erschien. Ebenfalls auf diesen Samplern vertreten war der Verantwortliche für Fields of Sunset, Enrico Eisert, mit seinem Projekt Axon Neuron/Vagwa. Die Mailadresse von Aurum Nostrum läuft direkt über Fields of Sunset aus Rostock. Die neueste Veröffentlichung der Band, auf eigenem Label, ist eine Split LP mit Sonne Hagal. Diese veröffentlichen ihre Platten sonst bei Eis und Licht, dem Label des ehemaligen Leiters des rechten Dresdner Dark Wave Fanzines Sigill, Stephan Pochkrandt.

Sieht man sich die Webseiten von Eternal Soul, Lichtaufe und Ironflame mal genauer an, wird schnell eins deutlich: Mann spricht deutsch. Die Bands auf dem Label von Eternal Soul heißen „Legion Condor“ oder „Offenssiv!“,. Links heissen auf Ironflame Verweise und eine CD bei Lichttaufe Lichtscheibe. Man kann sich also gut vorstellen, was für „Tonträger“ dann nach dem Konzert verkauft werden sollen. Sicher keine Depeche Mode Platten.

Das Sol Invictus Konzert im Kato ist kein Einzelfall. Bereits am 18.09.2004 spielte mit Kirlian Camera eine Band, die im rechten Teil der Dark Wave Szene viele Anhänger hat. Auch dieses Konzert wurde nur über die genannten Webseiten beworben, Karten konnte man allein an der Abendkasse und im Dark Store, einem Dark Wave Laden in der Boxhagener Straße, kaufen. Das Konzert von Kirlian Camera sorgte schon im Guestbook des Kato für Diskussionen, denn auch diese Band fiel schon häufiger wegen reaktionärer Äußerungen auf. Interessanterweise antwortete ein Vertreter von Eternal Soul auf die geäußerte Kritik und spielte alles herunter.

Mit Sol Invictus soll nun am 25.Februar zum wiederholten Mal innerhalb von kürzester Zeit im Kato eine Band spielen, die ihre Anhänger im rechten Teil der Dark Wave Szene hat. Diesen Leuten bietet das Kato so ein Forum, sich offen reaktionär zu äußern, Gleichgesinnte zu treffen und für ihren rechten Kulturkampf zu werben.

Wir fordern das Kato dazu auf, die Veranstalter zur Rede zu stellen, was der Scheiß soll. Warum wird eine Band eingeladen, die reaktionäre Inhalte verbreitet und Leute anzieht, die schon immer wussten was von Linken zu halten sei, nämlich gar nichts? Wir haben keinen Bock darauf, dass Typen wie Tony Wakeford in der immer gleichen Pose, die guten alten Zeiten besingen.

Wir fordern das Kato auf, Sol Invictus, Aurum Nostrum und die Veranstalter auszuladen.

AG Dark Wave von www.turnitdown.de.
zu erreichen unter: dark(at)turnitdown.de

Quelle: Turn it down

Sommernachtstraum

Trotz antifaschistischer Öffentlichkeitsarbeit fand am 31. Juli 2004 das extrem rechte Dark Wave-Konzert „Mitternachtsberg-Fest“ in der Burg Vondern in Oberhausen (NRW) statt.

Als Veranstalter trat der „Forsite-Verlag“ [Trojaburg Versand] auf. Dieser gehört dem 31-jährigen Dennis H. Krüger aus Bottrop. In seinem Verlagsangebot zu „Frühgeschichte-Mythologie-Esoterik“ sind einschlägige Standardwerke der nationalsozialistischen „Rassenkunde“ ebenso zu finden wie die Werke der völkischen Antisemiten Guido von List und Jörg Lanz von Liebenfels. Aufgrund seiner häufigen Teilnahme an neonazistischen Demonstrationen wird Krüger von der örtlichen Antifa der neonazistischen Szene im Ruhrgebiet zugerechnet.

Aufgetreten sind die Neo-Folk-Bands „Cawatana“ (Ungarn) und „Lux Interna“ (USA) sowie die österreichische Formation „Allerseelen“. Angekündigt wurde diese Gruppe um den extrem rechten Esoteriker Gerhard Petak lediglich unter dem Namen „Aar“ – zu groß war scheinbar die Sorge vor der kritischen Öffentlichkeit hinsichtlich der seit Jahren formulierten Kritik an der Band und dem Musiker. Jüngst erst steuerte „Allerseelen“ einen Song zur Compilation „Wir rufen Deine Wölfe“ bei, die dem Begründer des „Neuen Nationalismus“ und Kämpfer gegen die Weimarer Republik Friedrich Hielscher gewidmet ist. Die CD wurde im übrigen auf dem Label „Aorta“ von Petak veröffentlicht, die LP-Fassung auf „Ahnstern“, einem Sublabel von „Steinklang Records“ (Österreich).

Nachdem die örtliche Presse berichtet hatte, versuchte der Vermieter, der „Förderkreis Burg Vondern“, den Vertrag zu kündigen, scheiterte aber an juristischen Schwierigkeiten. Auch die Stadt fand keinen Grund, die Genehmigung für das Konzert zurückzunehmen, engte aber über Auflagen den Veranstaltungsrahmen ein.

Letztendlich fanden nur ca. 60 zahlende Gäste den Weg zur Burg. Der angekündigte „Mitternachtsberg“ wurde nicht erreicht, denn pünktlich um 22 Uhr musste das Konzert beendet sein. Verfassungsfeindliche Symbole wurden, wie sonst auf vielen derartigen Veranstaltungen üblich, hier nicht zur Schau gestellt. Die Präsenz der Polizei sorgte wohl für dieses verhaltende Auftreten. Unscheinbar am Rande platziert wurden Interessierten lediglich die aktuellen Ausgaben der Magazine „Zinnober“ und „Wolfszeit“ sowie ein paar CDs angeboten.

Um die Burg herum hielt sich eine Hundertschaft der Polizei auf. Sowohl in der verhältnismäßig zahlreich anwesenden Security als auch unter den Gästen befanden sich einige Neonazis aus dem Ruhrgebiet. Als geschäftsfördernden Einstand im neuen Metier der Konzertveranstaltungen dürfte dieser Abend für den Veranstalter jedenfalls mächtig daneben gegangen sein.

von Jochen Koblinski

dieser Artikel erschien im Rechten Rand Nr. 90

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Im folgenden dokumentieren wir einen aktuellen offenen Brief der antifaschistischen Zeitung „Lotta“ und des Antifaschistischen Bündnisses Oberhausen (ABO):

Offener Brief

An:

- Stadt Oberhausen – Der Oberbürgermeister u.a.

- Förderkreis Burg Vondern e.V.

Nachrichtlich an:

- Regionale Presse

- Lokale Parteien, Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen


Konzert der extremen Rechten auf Burg Vondern?

Oberhausen, 29. Juli 2004

Sehr geehrte Damen und Herren!

Am übermorgigen Samstag, 31. Juli 2004, soll laut Einladung des Veranstalters „im Burghof der Burg Vondern / Oberhausen (Ruhrgebiet)“ ein so genanntes „Mitternachtsberg-Fest“ stattfinden. Diese Veranstaltung wird von Aktivisten der extremen Rechten organisiert.

Bei dem Event handelt es sich um ein musikalisch der Darkwave- bzw. Gothic-Szene zuzuordnendes Konzert. In dieser auf Individualität, Romantik und religiöse Sinnsuche ausgerichteten Szene existiert seit einigen Jahren auch ein kleiner rechter Bereich. Dieser ist jedoch weder inhaltlich noch von seinem Äußeren her z.B. mit der rechten Skinhead-Szene vergleichbar.

Hier wird Individualität zu Elitedenken erhöht, romantische Retrospektiven wandeln sich zu einer Ablehnung der Moderne inklusive der Ablehnung des demokratischen Denkens.

Auch in den Kreisen der extremen Rechten, z.B. der „Neuen Rechten“ wird versucht, die Darkwave-Szene zu agitieren und den rechten Teil dieser Szene zu fördern und daraus Nutzen zu ziehen. Sei es seitens der rechtsintellektuellen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ oder Werner Symanek, der bis vor kurzem in Oberhausen seinen extrem rechten Versand VAWS betrieb1.

Auch bei dem „Mitternachtsberg-Fest“ existiert ein solcher Hintergrund und es lassen sich Verbindungen zur extremen Rechten nachweisen. Als Veranstalter wird der „Forsite-Verlag“ genannt. Über diesen in Bottrop ansässigen Verlag können auch die Eintrittskarten bezogen werden.

Dass es sich hierbei um einen der extremen Rechten angehörigen Verlag handelt, zeigt schon ein kurzer Blick in sein Internet-Angebot2. In nahezu jedem Bereich des Angebots finden sich Vertreter der extremen Rechten, sogar des Nationalsozialismus. Im Bereich „Frühgeschichte“ wird z.B. die

„Rassenkunde des deutschen Volkes“ von Hans F. K. Günther angeboten und als „gründliche Untersuchung des bekannten Wissenschaftlers zur Eugenik“ gepriesen.

Bei dem Werk handelt es sich um ein Standardwerk der nationalsozialistischen „Rassenkunde“. Ebenfalls in diesem Bereich wird „Die symbolhistorische Methode“ des Gründers der SS-Forschungsorganisation „Ahnenerbe“, Herman Wirth, beworben. Im Bereich der „Kelten & Indogermanen“ wird Karl Penkas: „Die Herkunft der Arier“ angepriesen, unter „Mythologie“ die Werke „Guido von List: Die Armanenschaft der Ariogermanen“ und „Jörg Lanz von Liebenfels: Theozoologie“. Bei List und Liebenfels handelt es sich um äußerst rassistische und antisemitische Mystiker der vorvorigen Jahrhundertwende, die als Vordenker des NS bezeichnet werden können3. Ebenfalls im Angebot zu finden sind die Schriften der neuheidnischen „Goden“ und „Armanen“, welche in der Fachliteratur als extrem rechts gewertet werden4.

In der Rubrik „Zeit-Schriften“ wird u.a. auch die Folge 2/1997 des Heftes „Sol Invictus“ angeboten. Das Heft zum Thema „Mitternacht“ umfasst nach Angaben des Verlages „Texte zum Mythenkomplex Mitternachtsberg -Schwarze Sonne – Lichtbringer – Thule u.a Auszüge aus Wilhelm Landig, Julius Evola, Otto Rahn, Kurt Eggers, Rudolf Mund, Werner von Bülow.“ Das Titelblatt der Publikation ist mit einem Foto der „Schwarzen Sonne“, einem von der SS entworfenen Bodenmosaik aus der Wewelsburg, gestaltet. Diese Wewelsburg sollte unter Leitung von Reichsführer SS Heinrich Himmler zur Ordensburg der SS ausgebaut werden und der mystische Mittelpunkt der Welt werden.

Bei den Personen, deren Texte abgedruckt sind, handelt es sich durchweg um Personen, die mit dem Faschismus bzw. dem Nationalsozialismus in Verbindung stehen, so z.B. um den italienischen Mussolini-Berater und antidemokratischen Theoretiker Julius Evola, dem Dichter der SS Kurt Eggers, den SS-Mystikern Otto Rahn und Rudolf Landig.

Es ist naheliegend, dass dieser Personenkreis und dieses Themenheft auch den ideologischen Hintergrund des angekündigten „Mitternachtsberg-Festes“ bilden und es sich bei diesem „Fest“ mitnichten um ein harmloses Konzert handelt.

Zumal sich auch die angekündigten Bands des Abends in einem Spektrum bewegen, die eben jenen Ideologen huldigen. Womit hier nicht gesagt werden soll, dass es sich bei den Bands zwingend um extrem rechte Formationen handeln muss.

Angekündigt sind die Bands folgendermaßen: „Aar (Apocalyptic-Folk Österreich), Cawatana (Neo-Folk/Ungarn), Lux Interna (Neo-Folk/USA)“. Zumindest die beiden Bands „Cawatana“ und „Lux Interna“ veröffentlichten ihre CDs beim Dresdner Label „Eis & Licht“. Bei diesem Label von Stephan Pockrandt handelt es sich um das wichtigste Label in Deutschland, welches rechte Einflüsse im Darkwave fördert. Pockrandt etablierte als Herausgeber die rechte Musikzeitschrift „Sigill“ (später „Zinnober“), welche eine Mischung aus Ideologie und Musik darbot5. In diesem Spannungsfeld bewegen sich auch die Bands, so ist „Cawatana“ mit einer Version des Gedichtes „Michelsgebet/Wir rufen Deine Wölfe“ von Friedrich Hielscher auf dem Sampler „Wir rufen deine Wölfe“ vertreten. Hielscher, einer der Begründer des „Neuen Nationalismus“ und Kämpfer gegen die Weimarer Republik, wird auf dieser Compilation von extrem rechten Bands wie „Blood Axis“, „Waldteufel“ und „Turbund Sturmwerk“ interpretiert.

Es steht zu befürchten, dass sich der extrem rechte „Forsite-Verlag“ mit dem Konzert am 31. Juli präsentieren möchte, dort gar extrem rechte Literatur etc. angeboten wird. „Daneben erwartet Sie ein Bücher-/Tonträger-Verkauf“ heißt es in der Einladung.

Inhaber des „Forsite-Verlages“ und damit Veranstalter des Konzertes ist der 31-jährige Dennis Henry Krüger, früher in Duisburg, dann in Mülheim/Ruhr und heute in Bottrop wohnhaft. Er gehört seit langen Jahren der nazistischen Szene an und war bereits häufig auf neonazistischen Aufmärschen anzutreffen, so z.B. in Dortmund, Bottrop, Frankfurt am Main, Hagen und in vielen anderen Städten. Er wird dem Kreis um die neonazistische Zeitschrift „Der Förderturm“ (FT) zugerechnet6, die zunächst im Ausland, dann in Duisburg, später in Mülheim/Ruhr erschien und aktuell über eine Bottroper Adresse zu beziehen ist. Auch der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz stuft diese Postille als neonazistisch ein und spricht in diesem Zusammenhang sogar von einer „in dieser Weise noch nie da gewesene[n] kämpferische[n] Aggressivität, was die Durchsetzung der neonazistischen Ziele angeht“7.

Wir gehen davon aus, dass Ihnen diese Hintergründe bisher nicht bekannt waren. Wir bitten Sie hiermit höflichst und fordern Sie gleichzeitig nachdrücklich dazu auf, das Ihrige zu tun, damit das Konzert nicht stattfinden kann.

Für Rückfragen steht Ihnen ein Vertreter des „Antifaschistischen Bündnis Oberhausen“ (ABO) heute und morgen von jeweils 14.00 bis 16.00 Uhr unter der Telefon-Nummer 0208 / 23037 zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Brüsser (i.A. der Absender/innen)

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Laut einer Meldung der Neuen Rhein Zeitung (NRZ) Oberhausen vom 30.7.04, sieht die Stadt keine Möglichkeit, die Genehmigung zurückzuziehen.

Mehr Infos gibts bei der Lotta.

Quelle: Turn it down

  1. Zu VAWS siehe: Martin Dietzsch/Helmut Kellersohn/Alfred Schobert: Jugend im Visier, Duisburg 2002, Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, S. 57 ff. [zurück]
  2. hXXp ://forsite-verlag.de [zurück]
  3. Vgl. Nicholas Goodrick-Clarke: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, Graz 1997 [zurück]
  4. Vgl. Jens Mecklenburg: Handbuch deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996, S. 368, 372 [zurück]
  5. Vgl. zu dem gesamten Bereich: Andreas Speit: Ästhetische Mobilmachung. Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien, Münster 2002 [zurück]
  6. Vgl. JD/JL Duisburg: Duisburg – rechts um!? Neonazismus im Großraum Duisburg/Oberhausen, Duisburg 2002, S. 60-64, sowie: Der Rechte Rand, Nr. 88, Mai/Juni 2004, S. 9 [zurück]
  7. Innenministerium des Landes NRW: Verfassungsschutzbericht des Landes NRW über das Jahr 2003, S. 34. Siehe auch WAZ Lokalausgabe Bottrop vom 08.02.2003: „Volksverhetzung bleibt jetzt doch ungesühnt“. Bei dem Halter des dort genannten Fahrzeuges, in dem Neonazi-Material transportiert wurde, handelte es sich um Dennis Henry Krüger, sein damaliges Autokennzeichen: DU-FT 1488, wobei „FT“ hier für „Förderturm“ stehen dürfte, die „14″ als Code für eine neonazistische Formel dient, die aus 14 Wörtern besteht („14 words“: „We must secure the existance of our people and a future for white children“) und die „88″ für „Heil Hitler“ (die „8″ für den 8. Buchstaben im Alphabet, also das „H“) steht. [zurück]