Archiv der Kategorie 'Arun-Verlag'

Der unaufhaltsame Weg von Schloß Freudenstein vom Punktreff zur schwarzbraunen Ordensburg?

[a.he.] Am 18. April fand im ehemaligen Freiberger Punkklub „Schloß“ ein Konzert mit dem Titel „Pagan Folk Festival“ statt. Den meisten LeserInnen dürfte dies rätselhaft sein, einzig Anhängern der Dark Wave Szene sollte der Begriff nicht neu erscheinen. Angetreten den Abend zu gestalten waren die Bands „Soul Cripple“, „Axon Neuron-Vagwa/Aurum Nostrum“, „Hekate“ unterstützt von einem DJ. Dass diese Veranstaltung in unserem Blatt Erwähnung findet, liegt aber weder in der Wahl des Veranstaltungsortes, noch in der Exklusivität der Bandnamen. Nein, hier soll vielmehr der politische Charakter sowohl der Bands als auch des Veranstalters beleuchtet werden, der in Teilen ein sehr rechter ist. So sind zumindest die Bands „Hekate“ und „Aurum Nostrum“ als einschlägig rechts im Dark Wave Bereich bekannt.

„Aurum Nostrum“ spielte unter anderem beim Flammenzauber-Festival, das unter anderem von Christian Kapke organisiert wurde, der sich in der Vergangenheit sowohl bei der „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ als auch bei der extrem rechten Band „Eichenlaub“ engagierte. Unter anderem spielten sie auch Konzerte mit der Creme de la Creme der rechten Dark Wave Szene wie „Kirlian Camera“, „Les Joyaux de la Princesse“ und „Death In June“ für deren Konzerte nicht nur Blätter der Schwarzen Szene, sondern auch Neonazigruppen wie die „Freie Nationale Jugend Celle“ werben. Auch die Band „Hekate“ bewegt sich in der rechten Dark Wave Szene wie ein Fisch im Wasser. Sie tourten unter anderem mit den einschlägig bekannten Bands „Sol Invictus“ und „Dies Natalis“ und das Bandmitglied Arne Thau ist unter anderem Autor der völkisch- heidnischen Zeitschrift „Arcana Europa“.

Diese Konstellation ist jedoch kein Zufall oder Unwissen des Veranstalters. Im Gegenteil, Ronny Scheiding, der Organisator des Konzerts und Besitzer des „Yggdrasil“ Ladens in der Freiberger Kirchgasse ist selbst Protagonist der rechten Dark Wave Szene. Scheiding ist unter anderem Mitbegründer des LAS e. V. im Oktober 1995. Laut Satzung war der „Zweck des Vereins (…) die Pflege und Förderung von Kunst und Kultur, insbesondere der populären Musik und der Jugendkultur“. Dieser wurde „verwirklicht durch die Herausgabe der Zeitschrift „Sigill“ (…)“. Aus dem Dark-Wave –Fanzine „Sigill“ entwickelte sich im Laufe seines siebenjährigen Bestehens ein kultur-politisches Magazin der „Neuen Rechten“. Spätestens aber das Nachfolgemagazin „Zinnober“ gehört ins Lager der extremen Rechten. Das Magazin war geprägt von antimodernistischer Kulturkritik, basierend auf den Idealen der präfaschistischen Ideologieträger Julius Evola und Ernst Jünger. So bekam das Blatt, wenig verwunderlich, viel Applaus von der extremen Rechten. Nicht nur die faschistoide „Junge Freiheit“ lobte den „Nonkonformismus“ des Blattes, auch das NPD-Parteiblatt „Deutsche Stimme“ befand die antimodernen, antiliberalen und völkischen Positionen des Blattes für positiv. Ähnlich deren Jugendorganisation die „Jungen Nationaldemokraten“, die mehrmals Anzeigen für das Magazin aus Dresden schaltete und selbst neonazistische Skinhead-Fanzins wie das „Foier Frei“ aus Chemnitz beurteilten „Sigill“ als empfehlenswert.

Scheiding ist aber noch auf anderen Feldern aktiv wie zum Beispiel als DJ unter dem Pseudonym „September GK“. Dieses Pseudonym wurde auch im Layoutbereich benutzt unter anderem bei der Gestaltung von Büchern des rechten Arun-Verlages und des Versandkataloges des Freiberger Yggdrasil Ladens. Der Yggdrasil ist unter anderem Organisator des „Heidnischen Dorfes“ beim Wave-Gothic-Treffen 2000 gewesen. Laut eigenem Bekunden bei einem Sol-Invictus-Konzert in Berlin waren Personen aus dem Umfeld des Ladens an der Herstellung der Schwarze-Sonne-Box beteiligt. Die Box beinhaltet ein T-Shirt mit eingestickter Schwarzer Sonne und ein Foto von dem Marmormosaik im „Gruppenführersaal“ der ehemaligen SSOrdensburg Wewelsburg.Dies ist jedoch nur ein kleiner Einblick in die Aktivitäten von Ronny Scheiding im Umfeld von „Sigill“ und der rechten Dark Wave Szene. Auch über die Bands, die am 18. April ein einschlägiges Publikum im Schlossklub beglückten, ließe sich einiges mehr schreiben, was hier jedoch den Rahmen sprengen würde. Dem interessierten Leser sei für die weiterführende Lektüre das Buch von Andreas Speit (Hg.) „Ästhestische Mobilmachung“ empfohlen.

Den Sponsoren vom Freiberger Brauhaus und Stadtfernsehen sei gesagt, dass man in einer Region, die über einen Mangel an Neonazis nicht klagen kann, nicht auch noch rechte Konzerte subventionieren sollte. Das Geld ist bei alternativen Jugendprojekten wesentlich sinnvoller aufgehoben. Den Gönnern und Fürsprechern des „Yggdrasil“ von „Freie Presse“ und Stadtverwaltung sei empfohlen, doch besser zweimal hinzuschauen, wen sie sich ins Haus bzw. Schloß holen. Ein weiteres Problem mit Rechten, nur diesmal eben aus einer anderen Ecke, stünde dem „weltoffenen“ Freiberg gar nicht gut zu Gesicht.

Quelle: FreibÄrger

Verlag Zeitenwende

Gründung:
unbekannt
Sitz:
Dresden
Eigentümer/Leiter:
Sven Henkler
Autoren/Titel im Angebot:
u.a. Vierteljahreszeitschrift Hagal – Die Allumfassende (offizielle Zeitschrift von Synergon Deutschland), Mensch und Mythos

Programmschwerpunkte:
Der Verlag bringt die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Hagal heraus. Ihm angeschlossen ist ein kleiner Buchvertrieb.
Die Themenschwerpunkte der Zeitschrift sind eine Mischung aus Heidentum, Esoterik und Dark Wave sowie der Idee vom „Reich Europa“. Letzteres ist an die europapolitischen Konzeptionen der sogenannten „Neuen Rechten“ angelehnt.
Der Buchvertrieb bietet u.a. Publikationen der „Neuen Rechten“ an, wie z.B. die Broschüre Ausbruch aus den Ideologien, aus dem Synergon-Forum. Neben Publikationen zu neuheidnischen Themen kann man über den Verlag auch das germanisch-mythologische Spiel „Der Weltenwandler“ beziehen.
Neben den eigenen Produkten können über den Vertriebsdienst des Verlages Zeitenwende auch Publikationen anderer rechtsradikaler Verlage bezogen werden. Dazu gehören insbesondere der Grabert- (Tübingen) und der ARUN-Verlag (Engerda/Thüringen).

Historischer Überblick:
Genaue Angaben über den Zeitpunkt der Gründung des Verlags existieren nicht. Seit 1996 ist der Verlag den Verfassungsschutzbehörden in Sachsen bekannt.
Anfang 2000 wurde in der Zeitschrift Hagal die Idee eines „eurasischen Reiches“ aufgenommen. Schon einige Jahre zuvor, erschienen im Verlag Broschüren mit den Titeln „Reich Europa“ und „Adler und Rose“. In diesen Broschüren wurde die Abschaffung der Demokratie zu Gunsten eines autoritären Führerstaates gefordert sowie der Holocaust verharmlost.
Seit 2000 existiert eine enge Zusammenarbeit mit der Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft (DESG) und Synergon Deutschland. Hierbei geht es um eine Stärkung eines speziellen Europa-Gedankens innerhalb der „Neuen Rechten“. Auf der Webpage des Verlages wird für die „Europäischen Synergien“ ausdrücklich geworben. Die Ziele dieser „Synergien“ werden in der „Charta“ von Synergon beschrieben. Hier wird u.a. die „Schaffung einer Synergie selbstbewußter Kräfte zur Umsetzung der Einheit eines Europas mit einem wirklichen Machtwillen“ gefordert sowie die „Förderung der die Beziehungen und den Austausch zwischen Europäern ermöglichenden Bedingungen mit dem Ziel, die Freundschaft und das Verhältnis zu entwickeln, das zur Aufrichtung einer wahren Schicksalsgemeinschaft notwendig ist“ und die „Anerkennung der herausragenden Stellung des europäischen Geistes, die dieser seit den Zeiten unserer heidnischen Vorfahren bis zu den heutigen Tagen besitzt“. Gemeint ist hier ein „Reich Europa“ im Sinne der Neuen Rechten. Die Ideologie von der Überlegenheit einer Nation tritt hinter die Idee eines geeinten, „überlegenen“ Europas. Der auf der Homepage des Verlags zitierte französische Ideologe der Neuen Rechten, Guillaume Faye, hatte vor mit dieser Bewegung: „alles, was die soziologische Rechte darstellt, zu überwinden, sich allen neuen Impulsen aus der Gesellschaft zu öffnen und konsequent der nostalgisch-folkloristischen Rechten eine definitive Absage“ zu erteilen. Die bisherige völkische Definition der radikalen Rechten von Nation und Volk, wird somit um die europäische Dimension erweitert. Einfach formuliert geht es nicht mehr um „Deutschland den Deutschen“, sondern um „Europa den Europäern“.

Bedeutung:
Dem Verlag kommt durch die Zusammenarbeit mit den neurechten Vordenkern eines „Reichs Europas“, eine „Multiplikatorenrolle“ zu. Diese konnte er nach bisherigen Erkenntnissen nicht sehr erfolgreich einlösen. Europapolitische Konzepte und Überlegungen innerhalb der radikalen Rechten werden allerdings aufgrund der Vernetzung in Europa zunehmend interessanter und Themen wie Globalisierung stehen auch auf der rechtsradikalen Tagesordnung ganz oben. Ob der Verlag mit seiner Publikation Hagal dabei eine Rolle zu spielen hat, bleibt abzuwarten.
Der Verlag Zeitenwende organisiert verschiedene Veranstaltungen wie sog. Lesertreffen. Das „5. Zeitenwende-Lesertreffen“ im März 2001 stand unter dem Motto „Der Gral – Der Mythos des Abendlandes“. Im Umfeld der vom Verlag maßgeblich mitorganisierten „Synergon-Sommerakademie“ ist auch der belgische Rechtsradikale und Generalsekretär der Europäischen Synergien, Robert Steuckers aktiv.

Dieser Text ist aus dem Buch Handbuch Rechtsradikalismus, Thomas Grumke und Bernd Wagner (Hrsg.), Leske + Budrich, 2002

Quelle: Netz gegen Nazis

»Wir sind hier!«

Dark Wave als kulturavantgardistische Kameradschaft

Anfang der neunziger Jahre bricht die Assoziationskette Subkultur-Subversion-Links in sich zusammen. Im Outfit des Mobs von Rostock-Lichtenhagen finden sich jetzt auch Style-Versatzstücke und Codefragmente verschiedener vormals links besetzter Subkulturen: Der Nazi-Riot markiert – durch optische Präsenz von Basecaps, Piercings und Kapuzenpullis, unterlegt mit technoiden Beats – das Ende vermeintlich eindeutiger subkultureller Grammatik, was die zunehmende Fragwürdigkeit politischer Zuschreibungen außerhalb der konkreten Praxis der Akteure anzeigt.

Verschiebungen in der subkulturellen Grammatik sind kein reines Oberflächenphänomen, das quasi den »Core« der die Symbole liefernden Subkulturen unberührt lässt, sie sind Ausdruck eines politischen Vorzeichenwechsels in den Subkulturen selbst – die »Kids« sind schon längst nicht mehr »allright«. Oft hat sich durchgesetzt, was im neurechten Diskurs in einer verkürzten Gramsci-Rezeption als »kulturelle Hegemonie von rechts« verhandelt wird. Prototypisch für diesen Prozess sind auf verschiedene Weise die Entwicklungen in der sogenannten Dark-Wave-Szene.

Seit Beginn der neunziger Jahre arbeitet ein reanimiertes Zerfallsprodukt von Punk, der sogenannte »Gothic« resp. »Dark Wave« – ausgehend von Roots in der britischen New-Wave-Culture – am Tatort Deutschland an seiner konsequenten Germanisierung. Während in einer anderen, ebenfalls von New Wave ausgehenden Linie, z. B. im Umfeld disko b / Gigolo-Label, Acts wie »Chicks on Speed« oder »Zombie Nation« versuchen, an der Schnittstelle von Club und Subversion zu arbeiten, wird hier – unter Anrufung spezifisch deutscher ästhetischer Traditionen – Popkultur aus ihrem internationalen Kontext gerissen. Eklektizistisch wird im Fundus der reaktionär-bildungsbürgerlichen Kultur gewühlt, ausgegraben werden Versatzstücke aus Romantik und Symbolismus oder es wird, das Martialische betonend, unbeschwert von Leni Riefenstahl bis Marinetti zitiert, wie Martin Büsser skizziert: »Erträumt wird ein altes Europa das konturlos mal bei nordischen Göttern, mal in einem romantischen Kloster, mal Minnelied und mal in Gestalt eines Feldherrn gesichtet wird, stets Relikt eines zusammengebrochenen Systems, stets betrachtet aus dem Blickwinkel, der mit dem Ruinösen liebäugelt […] Nationalmythos statt Universalgeschichte.« (Martin Büsser: »Lichtrasse und Wälsungenblut«, in: Testcard 4 / 97).

In den Ergüssen von Bands wie »Mozart«, »Das Ich« und »Goethes Erben« tritt der eigene Avantgardeanspruch dann allerdings mehrfach in / mit schwerer Fraktur zu Tage. Immerhin, und das ist in dieser Szene alles andere als selbstverständlich, versuchen sich die genannten Gruppen – wenn auch ästhetisch fragwürdig gepackt – gegenüber den im weiteren skizzierten Entwicklungen am antifaschistischen Statement.

Während die Nazi-Skin-Kultur durch ihre eindeutige politische Verortung jedem Neueinsteiger eine Entscheidung hinsichtlich des politischen Standpunktes abverlangt, müssen Mr. und Mrs. Gothic sich nicht gleich politisch festlegen. Das Verbindende ist nicht die politische Anschauung, sondern ein diffuses »schwarzes« Lebensgefühl. Gerade dieses Lebensgefühl ist aber in seinem antimodernen Gestus und der romantischen Verklärung der Vergangenheit an sich schon alles andere als emanzipatorisch, damit aber auch zugleich offen für (neu)rechtes Overwriting.

So begegnet die Szene der immer offensichtlicher werdenden Rechtsorientierung zumeist mit einer sich als »Toleranz« ausgebenden stillschweigenden Akzeptanz. Niemand scheint sich über Bandnamen wie »Feindflug«, »Rasthof Dachau«, »Der Blutharsch« oder Songtitel wie »Against the Modern World«, »Der SIEG des Lichtes ist des Lebens HEIL« oder »Rose Clouds of Holocaust« zu wundern. Geleistet wird hier, was Alfred Schobert als »kulturelle Drecksarbeit für den politischen Hardcore« bezeichnet; bebildern lässt sich diese These mit dem in vielen Szene-Magazinen als ausgesprochen sympathisch gehandelten Michael Moynihan, Kopf von »Blood Axis«: »Einerseits denke ich, daß die Zahl 6 Millionen nur zufällig und ungenau und wahrscheinlich eine grobe Übertreibung ist. Ich habe revisionistische Bücher gelesen, die gut gegen den Holocaust-‘Kanon‘ argumentieren, und selbst die jüdischen Historiker verändern fortwährend ihre Ansprüche. Doch mein Hauptproblem bezüglich der Revisionisten ist, daß sie von der Annahme ausgehen, das Töten Millionen unschuldiger Menschen sei als solches ‘böse‘. Mehr und mehr neige ich zur entgegengesetzten Schlußfolgerung. Ich geriete nicht aus der Fassung, wenn ich herausfände, daß die Nazis jede ihnen zugeschriebene Grausamkeit begangen hätten – ich zöge es vor, wenn es wahr wäre« (Michael Moynihan, in: No Longer A Fanzine) Auch wenn manche Grufties das vielleicht »ein bisschen zu krass« finden mögen, ist es doch ein Bestandteil der Szenekultur, im Zweifelsfall wird eben die szeneinterne »Solidarität« strapaziert. Niemand käme auch nur im Traum auf die Idee, Veranstaltungen wegen rechter Inhalte zu boykottieren geschweige denn anzugreifen.

Einher geht die Rechtsbewegung mit einer immer stärker werdenden Rückbesinnung auf die deutsche Sprache, die sich nicht nur in der Musik zeigt: Derzeit scheint es besonders angesagt zu sein, jegliche Anglizismen und Latinismen auf Flyern durch Eindeutschungen zu ersetzen. Das Internet wird zum »Weltnetz«, das Telefon zum »Fernruf«, das Fax zum »Fernbild«, die CD zur »Lichtscheibe« und die Musik schließlich mutiert zur »Tonkunst«.

So ist es denn auch kein Zufall, dass organisierte Neofaschisten ausgerechnet diese Szene für sich entdeckt haben, bietet sie doch in vielerlei Hinsicht ideale Bedingungen für den (neu)rechten »Kulturkampf«, wie es Roland Bubik in der Jungen Freiheit bereits vor einigen Jahren zu erkennen glaubte: »Wenn das Mystische und das Irrationale, der Wunsch nach antiaufklärerischer Innenschau und gelebter Transzendenz ihre Stimme in der Jugendkultur finden, ist der ästhetische Konsens des Westens durchbrochen. Wenn die Bezugspunkte Mittelalter und deutsche Geisteskultur darstellen statt ‘Love and Peace‘, wenn die Seele gegen den Intellekt ins Feld geführt wird – dann schneidet sich ein Keil in das Establishment oberflächlicher Beliebigkeit.« (JF 4 / 96, zitiert nach: Alfred Schobert: »Aufstand gegen die Moderne«, in: SPEX 5 / 96)

Die praktische Umsetzung dieses »Kulturkampfes« wird alljährlich auf dem »Wave-Gotik-Treffen« in Leipzig vorgeführt. Dieses Festival hat sich mittlerweile zu dem Event der »schwarzen Szene« entwickelt; mit schätzungsweise 25 000 Besuchern ist es aber schon längst kein Insidertip mehr. Jedes Jahr zu Pfingsten prägt es für gut vier Tage das Leipziger Stadtbild. Mehrere Großhallen des Messegeländes bilden den zentralen Veranstaltungsort. Darüber hinaus werden zahlreiche Orte im gesamten Stadtgebiet einbezogen: Die meisten Leipziger Diskotheken richten während des Festivals Dark-Wave-Parties aus. Die Stadt stellt für die Veranstalter neben Messegelände und verschiedenen Parks auch das Völkerschlachtdenkmal bereit. In einem bunten Rahmenprogramm aus Lesungen, Orgelkonzerten, Mittelalterspektakel und Kutschfahrten soll neben den eigentlichen Festivalbesuchern auch die Leipziger Bevölkerung angesprochen werden.

Nun ziehen Kuriositäten wie das sogenannte »Heidnische Dorf« aber nicht nur biedere Familienausflügler an. Die von Schwarzgewandeten und zahlreichen Schaulustigen bestaunte muntere Germanentümelei sorgt daneben auch für massive braune Präsenz in ihrem ganzen Spektrum: Neben der Anwesenheit vieler Naziskins fällt auf, dass sich zahlreiche Anwesende mit offensichtlicher Detailfreude um au-thentische Präsentation der »Styles« des Dritten Reiches bemühen. Ausgehend von den beiden Gender-fixpunkten BDM und Kamerad wird ein ganzer Mikrokosmos faschistischer Jugendkultur entfaltet, diese findet sich eingebettet in ein Szenario, das irgendwo zwischen der Spießigkeit eines Freilicht-Heimatmuseums und Live-Rollenspiel oszilliert. Vor einem Wikingerschiff führt ein anthroposophischer Greis mit Wallebart in die germanische Bootsbaukunst ein, mehrere fundamentalistische Landfrauen in ostpreußischer Tracht arbeiten an der Neudefinition von »Volksküche« – serviert wird ein fieser Mürbekeks, der vermutlich die Härten des germanischen Lebens verdeutlichen soll. Nazi-Skins messen sich mit Familienvätern beim Axtwurf, eine »sächsische Sektion« der »Allheidnischen Front« liegt metberauscht daneben. Wie schon die Jahre zuvor bündelt das rechtsextreme Dresdner Gothic-Magazin Sigill als Mitveranstalter des Festivals die extremsten Fascho-Acts in als »Lichttaufe« ausgewiesenen Sessions. Angeleitet von den mit Seitenscheitel, Jankerl, Kniebundhose und Monokel auf »Konservativer Revolutionär« getrimmten Machern des Fanzines, erwarten hier über hundert hart faschistisch codierte »Musikfreunde« einen konspirativ angekündigten »Gig« der britisch-australischen Band »Death in June« um den erklärten Ernst Röhm-Verehrer Douglas Pearce. Pearce, dessen Musik quer durch die ganze Szene und weit darüberhinaus rezipiert wird und mittlerweile einen unangreifbaren Kultstatus erlangt hat, wird von seinen Fans hartnäckig gegen das Etikett Faschist in Schutz genommen, indem diese in seine Lyrics beharrlich Ambivalenzen und Uneindeutigkeiten hineinlesen. Das von Death in June (der Bandname bezieht sich auf den 30. Juni 1934, den Todestag des SA-Führers Röhm) melancholischem Nazi-Pop textlich immer wieder aufgegriffene Thema sind das Dritte Reich und der Holocaust. So in »Heaven Street«, einem Song über den als »Himmelfahrtstraße« bezeichneten Weg von der Selektionsrampe zu den Gaskammern des KZs Treblinka: »take a walk down heaven street / the soil is soft and the air smells sweet / now only memories run on railway tracks / this road leads to heaven / the earth exploding with the gas of bodies / now only flowers to idolize / this road leads to heaven«. Die offene Glorifizierung des Holocaust wird zugunsten seiner Ästhetisierung zurückgenommen, um umso wirkungsvoller zu sein. Death in June wirken so als Multiplikatoren in einer Szene, die zu einer uneingeschränkten Aufnahme der »Lehre« (noch) nicht bereit ist. Die von Pearce angestrebte, affirmative Darstellung des Nationalsozialismus drückt sich aber auch in der 1:1-Übernahme faschistischer Terminologie, etwa in einer »Neuvertonung« des Horst-Wessel-Liedes, aus. Die Vinyl-Pressungen des erwähnten Songs »Heaven Street«, der manchmal auch getreu rechter Zahlenmystik »DI6« genannten Band, bieten durch kryptische Verweise auf Wehrmacht, SA und SS (Gravuren zwischen den auslaufenden Rillen der Platte, SS-Totenkopf als Bandlogo) ein interessantes Puzzle für Adepten – ein Schema, das in fast allen Death in June-Releases durchgehalten wird. So bieten etwa die Textzeilen »then my loneliness closes in / so I drink a german wine / and drift in dreams of other lives / and greater times« in »Runes and Men« zunächst wenig Spektakuläres, erst im Kontext »Death in June« wird die Bedeutung der Chiffren klar: »german wine« ist ein cooler Nazi-Drink, »other lives« sind die Männer der SA und mit »greater times« ist das Dritte Reich gemeint.

Auch auf dem Festival zeigt die themagebende Subkultur kein Bemühen um Abgrenzung – völlig ungerührt angesichts der massiven Präsenz von Hardcore-Faschos flanieren die Gothics über das Gelände. Die permanente Anwesenheit von Rechtsradikalen scheint ebenso zur »Normalität« ihrer Subkultur zu gehören, wie das wohl unvermeidliche Auftreten extrem-rechter Verlage, von »Arun« bis »VAWS« mit antisemitischen Schriften und »Riefenstahl-Sampler« im Programm. Über passive Akzeptanz hinausgehend, finden auch viele Grufties nichts dabei, mit rechten Symbolen durch die Gegend zu laufen. Der Umgang mit den Insignien des Dritten Reiches ist hier »unverkrampft«: Sig-Rune, Wolfsangel und mehr oder weniger stilisiertes Hakenkreuz geben dem schwarzen Dress wohl erst den notwendigen »Pep«. Die entsprechende Apologie liefert Kadmon, »Mastermind« der folgerichtig für dieses Festival angekündigten Combo »Allerseelen« in einem Interview mit dem Darmstädter Fanzine »Black«:

»Offenbar braucht jede Kultur ein Hexenmal, einen Judenstern. Und von der‘p. c.‘ zum Pogrom ist’s oft nur ein Schritt, wie die Geschichte zeigt. […] Heute ist der Faschismusvorwurf gegen industrielle Musik und Dark Wave ein Judenstern. […] Die Judensterne sehen heute anders aus, es sind ariosophische, völkische Zeichen. Runen, Thorshammer, Kruckenkreuz, Hakenkreuz.« (Black 14/1998).

Unterstrichen wird die Germanomanie durch fast ausschließlich »weißes« Publikum. Die vorherrschende »White-ness« dürfte aber weniger auf das zweifellos gegebene Bedrohungspotential für MigrantInnen durch anwesende Skins, sondern vor allem auf ausschliessende Mechanismen innerhalb der Dark-Wave-Szene zurückführbar sein. In den ästhetischen Inhalten des Dark-Wave wird ein genuin nordisches Deutschland imaginiert, dessen rassistische Elfen- und Nordmannstereotypen auf zahlreichen Plattencovern, Flyern und Fanzines präsent ist.

Praxisform rechtsextremer Dominanz war bislang vornehmlich das von Glatzen mit dem Baseballschläger durchgesetzte Konzept der National befreiten Zonen (NBZ) im rural-peripheren Raum. Das Festival stellt demgegenüber ein willkommenes Labor für die urbane Erweiterung dieses Konzepts dar. Es gerät zu einer Leistungsschau genuin deutscher Subkultur, in der eine von »fremdvölkischen Einflüssen« bereinigte deutsche Leitkultur (Merz) durchgespielt wird.

Angesichts der Akzeptanz der BesucherInnen bleibt der einzige Versuch, wenigstens kosmetisch den krassesten Nazi-Acts entgegenzutreten, ein kurzfristig verhängtes Auftrittsverbot der Stadt Leipzig für die Gothic-Band »Von Thronstahl« um den auf Grund seiner antisemitischen Ausfälle in der Nazi-Presse abgefeierten Josef Klumb. Das Auftrittsverbot für die Bingener Formation wird dann allerdings dadurch umgangen, dass die Band, mit dem SS-Emblem »Schwarze Sonne« auf der Bühne posierend, ihre »Tonkunst« vom Band laufen lässt. Einige Fans lassen es sich ob dieses »genialen« Schachzugs dann auch nicht nehmen, der schwarzen Kapelle den »deutschen Gruß« zu entbieten.

Missstimmung rufen aber nicht diejenigen hervor, die ihre überschwengliche Begeisterung auf dem Festival im »Heil Hitler« kanalisieren, sondern der, durch die Geschäftspraktiken zweier Veranstalter, die sich laut Gerücht mit der Kasse abgesetzt hatten, drohende Festivalabbruch am nächsten Tag. Nachdem mit PA-Verleih und Security – ausgenommen die noch hoffnungsfrohen Würschtlbrater – nahezu alle organisatorischen Funktionsträger geprellt abziehen, wird allgemein für das »jetzt-erst-recht-Modell« optiert: Mit einigen unverdrossenen Bands und freiwilligen HelferInnen soll weiter Programm gemacht werden. Konsequent werden die widrigen Rahmenbedingen dann aber auch von den rechten Kulturstrategen genutzt: Das Techno-Equipment muss dem Zusammenrücken am Lagerfeuer weichen – in einem improvisierten Bühnenpavillion präsentieren sich Bands des Sigill-Labels »Eis & Licht Tonträger« ganz »back to the roots« unplugged im Fackelschein. Mit Lederriemen umgeschnallte Trommeln, bekanntes Bild von NPD-Aufmärschen, ersetzen kurzerhand Sampler und DSP-Tools. Die zahlreich anwesenden Braunhemden passen sich schnell der neuen Situation an und übernehmen, historisch getreu, den »Sicherheitsdienst« im Heidnischen Dorf. Tief beeindruckt von soviel gelebter Kameradschaft lässt sich dann schließlich der vorher zögerliche, vom Publikum mehrfach geforderte Top-Act Death in June zum Auftritt herab. Der »SD« bildet für ihn ein Fackelspalier, an die Zuschauer ergeht, wohl wegen befürchteter Antifa-Aktionen, die Ermahnung: »Achte auf Deinen Nebenmann!«. Unterstützt von Albin Julius (»Der Blutharsch«) am »Schlagwerk« gelingt es Douglas P. dann, seinen Standpunkt in einem Miniset klarzumachen. So beenden sie ihren Auftritt mit dem Klassiker »C’est un rêve«, einer Hommage an den die Deportation der französischen Juden organisierenden Lyoner Gestapochef Klaus Barbie. Die in den Stück monoton wiederholte Frage »Où est Klaus Barbie?« permutiert Douglas P. in der letzten Wiederholung zu »Où est Death in June?«, die er – auf deutsch – mit einem frenetisch gefeierten »Wir sind hier« beantwortet.

Oliver Groß, Claus Weiland

Quelle: Diskus

Von Stahlgewittern und Gänseblümchen

Schwarze, wallende weite Kleidung, weiße Blusen und Hemden mit Rüschen und hochtoupierte Haare, so sieht er aus, der typische Vertreter der Wavebewegung. Die Mitte der 80er entstandene Subkultur, welche heute in der BRD ca. 150.000 Personen umfasst. Allerdings hat sie sich inzwischen feiner gegliedert hat, so z.B. in die Musikrichtungen Gothic u. Neo-Folk und längst nicht mehr alle SzenevertreterInnen laufen wie oben beschrieben herum. Ihren Ausgangspunkt hatte die Bewegung Mitte der achtziger Jahre. Eigentlich immer mehr der linken Subkultur zugetan, zeigen sich jetzt auch hier die Auswirkungen neurechter Aktivitäten.

Am 8.2. 96 veröffentliche die Junge Welt eine Artikel, in dem sie darauf aufmerksam machte, dass in der Feb. Ausgabe von Zillo, dem wohl bekanntesten, einflussreichsten und auflagenstärksten Blatt (70 000 Exemplaren pro Monat) der ’schwarzen‘ Szene, wie die Dark- Gothicszene auch genannt wird, eine Anzeige der rechtsextremen Jungen Freiheit sei. Des weiteren war aufgefallen, dass der Mitarbeiter der Jungen Freiheit Peter Boßdorf inzwischen Plattenkritiken für Zillo schreibt. Vorwürfe bezüglich dieser Zusammhänge wies der Zillo-Herausgeber Rainer Ettler jedoch in der März Ausgabe weit von sich und der Szene. ‚Zillo ist weder rechts- noch linksradikal!‘. Allerdings wolle man demnächst keine Anzeigen von politischen Zeitungen mehr annehmen. Ansonsten ‚will ich von diesem verdammten Thema kein Wort mehr hören‘, ließ er verlauten und hoffte vermutlich, damit das Thema vom Tisch zu wischen.
Was da bei Zillo zum Vorschein kam, war allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Schon seit Jahren versuchen Rechte, einen Platz in der Gothic und Dark-Wave Szene zu finden. Und so ist Peter Boßdorf mit Sicherheit nicht ‚zufällig‘ sowohl für Zillo als auch für die Jungen Freiheit (JF) tätig, wie Ettle behauptet. Wir werden dies im Laufe des Artikels
aufzeigen.

Das Kind mit dem Bade ausschütten

Bevor wir uns allerdings weiter mit den rechten Einflüssen und ihren Ausprägungen in der Szene beschäftigen, soll noch erwähnt werden, dass es in diesem Artikel nicht darum geht, die Szene insgesamt in den Dreck zu ziehen oder in die rechte Ecke zu stellen, wie das im Moment das bayrische Fernsehen und Teile der Kirchen versuchen. Im übrigen verstehen sich Teile der Szene selbst eher links und haben auch gleich auf die Einflussnahme von rechts reagiert. So wehrte sich schon 1994 Gymnastic Records dagegen, dass der Nazivertrieb Werner Symanek, welcher schon 199? in seinem Versandkatalog die Sparte ‚Dark-Wave‘ einführte und Platten von Radio Werwolf, Death in June, Current 93 aber auch Deine Lakaien anbot, erfolgreich gegen den Vertrieb ihrer Platten durch den Nazi.
Auch nach der JF-Anzeige in Zillo organisierten einige Bands und Labels gleich eine Erklärung, in der sie eine eindeutige Distanzierung von der JF und rechtem Gedankengut fordern . Es soll im diesem Artikel darum gehen, die organisatorischen und inhaltlichen Verknüpfungen darzustellen und aufzuzeigen, wo Einfallstore für die Rechten in die Szene sind.

Die Dark-Wave- Independent- u. Gothicszene ist bunt und vielschichtig, noch sind die Einflüsse von Rechts nur in einem kleinen Randbereich zu erkennen, allerdings sind inzwischen Zeitungen, sog. Fanzines, als Sprachrohre dieses Teils der Szene entstanden. So stehen z.B. die Zeitungen Sigill, Codex, Aorta u. Europakreuz eindeutig rechts. An
ihnen lässt sich auch am deutlichsten erkennen, wo die Anknüpfungspunkte zu suchen sind. Von Seiten der Rechten wird die erkannte Verbindung inzwischen auch dargestellt und für Sympathie geworben, so widmete die burschenschaftlich orientierte Zeitung ‚Identität‘ schon 94 eine Ausgabe dem Thema ‚Radikale Ästhetik‘, welche
unter Überschriften wie ‚Stahlgewitter als Freizeitspass‘ oder ‚Schwarze Flaggen, stolze Herzen‘ den inhaltlichen Standpunkt der Musikszene, deren rechte politischen Vertreter (Blood Axis, Death in June) und deren historischen Vorbilder (den Futurismus, die Avantgarde und auch die Romantik) thematisiert. Auch die JF hat sich des Bereichs angenommen und veröffentlicht regelmäßig dazu u.a. Artikel über Forthcoming Fire, die Zillo Preisverleihung , Allerseelen oder ‚Jugendkultur im Blutfeuer – Neues aus der rechten Indepentent-Szene‘. Bisheriger Höhepunkt war mit
Sicherheit das Interview das JF-Chefideologen mit J.W. Klumb von Forthcoming Fire, welches unter der Überschrift ‚Die Lage darf sich nicht beruhigen‘ stand.

Worum geht es eigentlich?

Tod, Blut und Mystik standen schon immer auf dem Programm der Dark-Wave- und Gothicbands. An diesen Themen wird angeknüpft und sie werden mit rechten Inhalten aufgeladen. Es entsteht ein sonderbares Gemisch, in welchem Geschichtsrevisionismus, SS-Mystik, Sozialdarwinismus und Rassismus fröhliche Urstände feiern. Zentral scheint dabei die Angst vor der Mittelmäßigkeit, der Masse zu sein.

Jenseits von Mob und Vermassung

‚Essentiell ist einzig und allein das Ästhetische und Kulturelle, das Titanische und Heidnische, jenseits von Mob und Vermassung‘, so Stepfan Pockrandt im Vorwort des in Dresden erscheinenden Magazins Sigill. ‚Ich habe keine Achtung vor Religionen, welcher Art auch immer wenn sie zu einer Massenbewegung werden.‘ Ian Read, früher bei Current 93 (C 93), Death in June (DiJ) u. Sol Invictus (SI), ist heute zentrale Person von Fire & Ice. Ein anderer Musiker von Sol Invictus, Tony Wakeford, äußerte sich im Magazin ‚Scharlach‘ der ex-JF Redakteurin Gerlinde Gronow folgendermaßen: ‚Die Leute scheinen größtenteils wertlos zu sein‘.
‚Größtenteils versuchen die Leute nie, sich von der Masse abzuheben…‘. Fast erstaunt die Suche nach Stärke in der Masse, gewohnt vernimmt man Worte wie ‚Die größte Gefahr …ist, eine individuenlose Gesellschaft zu werden‘. Ließt man jedoch weiter wird schnell alles klar: ‚einer Massengesellschaft‘. Es geht hier nicht um das Individuum Mensch, mit seinen eigenen Bedürfnissen und Wünschen, sondern es geht darum, die Avantgarde eines Volkes zu sein. Ein Motiv, welches sich auch schon im Nationalsozialismus und im Faschismus fand.
Dieser Quellen ist man sich heute wohl bewusst: ‚Das 3. Reich ist ein Symbol für die Verschmelzung von der Technologie des 20. Jahrhunderts und einer archaischen Vorzeit, sowie ein totaler Dualismus zwischen Totalitarismus und dem Individuum.‘ So der Wiener Kadmon, Hrg. Des Magazins ‚Aorta‘ und Kopf der Gruppe ‚Allerseelen‘, in einem Interview nach einem Konzert in Dresden.

Ich liebe Stärke und Gewalt…

‚Wir alle sind Nachkommen von Kriegern. Und wenn wir unsere kämpferische Natur nicht wiedererlangen, werden wir als Volk verdammt sein…Ich liebe Stärke und Gewalt und hasse die Schwäche.‘ ‚Krieg ist etwas natürliches. Das Tierreich…entwickelte sich so.‘ oder auch:‘Scharlach: Das Gesetz des Starken scheint dich zu faszinieren? Sol Invictus: Ja es fasziniert mich…es ist die Erkenntniss, dass das Leben Kampf ist, dass die Natur den Starken, den Geschickten, den Raffinierten Leben zugesteht.‘…‘Ich glaube nicht an Gleichheit (equali)‘ Zitate wie diese finden sich laufend, es wird ein dem Tierreich entliehener Lebenskampf beschrieben, in dem nur der Stärkste ein Recht auf Leben und vor allem Führung hat. Vielleicht finden viele Gruppen das Motiv des Wolfes so reizvoll, weil er das klassische Beispiel für Leitwolf und Rudel, Lebenskampf und Gemeinschaft ist. So formuliert T. Wakeford auch in Sigill ‚Die Idee der Gemeinschaft ist gut…‘ Es geht um Ehre, Volk und Vaterland, denn auch wenn es um Patriotismus und Geschichtsrevisionismus geht, ist man in der Gothicszene nicht allein.

Schwarz – Weiß – Rot sind unsere Farben

‚Die Farben Schwarz, Weiß und Rot der Flagge … beeindruckten mich schon als Kind … Später kam ich zu dem Schluss, dass das Interesse angeboren war.‘ Boyd Rice von NON und SPELL redet hier von Deutschland und dem ‚Reich‘, von dem angeblich sein Name abgeleitet sei. Nicht ganz so abseitig klingt das Ganze im JF-Interview bei J.M. Klumb von Forthcoming Fire, dessen Vision ein Bewusstseinssturm in Deutschland ist, und welcher sich zur Romantik bekennt: ‚Man kann positiv zu Deutschland stehen und Hitler gerade deshalb nicht mögen. Meine Kritiker sollten sich vor Augen halten, dass für mich die Person Stauffenbergs Vorbildcharakter besitzt.‘ Sollte der gute Mann vielleicht ‚Hitlers rechte Gegner‘ aus dem von Sigill reichlich angepriesenen Arun Verlag gelesen haben? In einem Interview bezeichnete Klumb,
der ‚an die Reinheit und den Lichtgehalt dieser geschändeten Nation‘ Deutschland glaubt, den 8. Mai 1945 nicht nur als Tag der Befreiung, sondern auch als Tag der ‚Unterwerfung und eine Unterdrückung des Geistes‘ – oh du armes, unschuldiges Deutschland, welches nie einem anderen auch nur ein Haar krümmte. Ganz im Stil der normalen Neo-Nazipropagandisten wäscht Ian Read von Fire and Ice den Nationalsozialismus rein:
‚Keine Idee ist voellig wertlos, … alles ist Gleichgewicht. Die Deutschen haben einen riesigen Komplex, der ihnen ehrlich gesagt von einer Nachkriegsgehirnwäsche eingeimpft worden war.‘ ‚Ich biete dir folgenden Stoff zum Nachdenken an: Konzentrationslager sollen wohl KL abgekürzt werden, man führte jedoch KZ ein, weil das Z es viel schlimmer klingen ließ…‘
Ach ja, damals in Auschwitz im Ferienlager…

‚Blut und Ehre‘

So lautete der Wahlspruch der SS, jener Truppe, welche ihr brutales Handeln mit einer elitär, mystischen und biologistische Ideologie rechtfertigte. Blut und Ehre könnte auch das Motto mehrere Bands und Gruppen der Dark-Wave Szene sein. So trat z.B. Death in June, welche ihren Bandnamen vom Todesmonat des SA-Gründers Ernst Roehm ableitete, welcher im Juni 34 als Konkurrent im innerfaschistischen Machtkampf aus dem Wege geschafft wurde, in SS-Uniformen auf. Bandsymbol ist der SS-Totenkopf. Auf die Frage, ob er dieses richtig findet antwortete Douglas Pearce: ‚Death in June hat immer alles mit sündlosem, guten Geschmack getan, und mit dem passenden Verständnis zur Ästhetik und dem Symbolismus hinter solchen Dingen.‘ Aber DiJ sind nicht die Einzigen, die sich der SS bedienen, auch der ‚Neo-Folk Musiker‘ Eric Owens, welcher beste Beziehungen zur Skinbewegung hat und eigentlich aus
dem ‚Blut u. Ehre‘ Naziskin-Netzwerk kommt, verwendet den SS-Totenkopf als Symbol. In Dresden wurde ein Konzert mit Allerseelen von einem ‚Ahnenerbe Kulturzirkel‘ veranstaltet und mit einem Bild der Wewelsburg beworben. Das ‚Ahnenerbe‘ war die zentrale Forschungsstelle der SS unter Heinrich Himmler, die Wewelsburg sollte später der Sitz des SS-Ordens sein. Dass die organisierenden Personen dies nicht wussten erscheint fast unmöglich. Besteht doch immerhin eine enge Verbindung zur ebenfalls in Dresden herausgegebenen Zeitung ‚Zeitenwende‘, welche enge Kontakte zum Collegium Humanum des Oeko- u. Altfaschisten W.G. Haverbeck pflegt. Von diesem, welcher selbst noch Schüler bei Wirth war, wird die AutorInnenschaft der ‚Zeitenwende‘ auch ihre Vorliebe für Herman Wirth, den Gründer des ‚Ahnenerbe‘, haben.
Veranstaltet dieser Kreis doch inzwischen zusammen mit der rechtsextremen ‚Gesellschaft für Europäische Ur- und Frühgeschichte‘ Schulungsseminare zu H. Wirth in Dresden.
Auch die Musikszene hat es ihnen angetan, so wird der Zeitenwenderedakteur Sven Henkler in ‚Codex – Musik und Kult(ur)-Magazin‘ als Mitarbeiter geführt, hinter Peggy K. in Sigill wird die Zeitenwende-Redakteurin Peggy Kun vermutet. Diese könnte auch das Interview mit Kadmon von Allerseelen geführt haben, welcher ebenfalls dem SS-Kult anhängt. So zeigt das Cover seiner CD ‚Gothos = Kalanda‘ das zwölfarmige Sonnenrad aus dem Bodenmosaik der Wewelsburg. In seiner Heftreihe ‚Aorta‘ huldigt er dem SS-Mann und Himmlerberater Karl Maria Wiligut.
Angeblich wurde der Schöpfer des SS-Totenkopfringes nur ausgenutzt, weshalb er keine Probleme hat, sich auf ihn
zu beziehen. Das Heft Nr. 7 der Schriftenreihe beschäftigte sich mit dem SS-Gralssucher Otto Rahn, welcher im Auftrag der Himmlers durch die Welt zog.

‚Politik ist eine Niederung‘

Dieser Ausspruch Kadmons könnte auch ein Zitat von Ernst Jünger sein, welcher mit seinen Schriften den Krieg und die Gewalt pries und ideologisch den Faschismus vorbereitete. Mit den grausamen und schmutzigen Konsequenz ihrer Ideologie wollten die Vordenker der Vernichtung allerdings nichts zu tun haben, schon die NSDAP war Jünger zu bürgerlich. Kein Wunder also, dass sich die rechte Wave- und Independentszene auf Personen wie ihn bezieht. So z.B. Sigill, oder Michael Moyniham von Blood Axis, welcher Zitate von Jünger in seinen Texten verwendet und Juengers ‚In Stahlgewittern‘ im Techno-sound veröffentlichte. Aber auch andere Ideologen des Faschismus oder Praefaschismus stehen hoch im Kurs, so z.B. der germanentümelnde Antisemit Lanz von Liebenfels, der 1946 als Kriegsverbrecher hingerichtete ‚Beauftragte des Führers…für die weltanschauliche Erziehung der NSDAP‘ Alfred Rosenberg, Leni Riefenstahl der Kadmon eines seiner Aorta-Hefte widmete und deren Film ‚Das blaue Licht‘ er neu vertonen will. Riefenstahl wurde von Codex hofiert und die Gruppe ‚Wolfsheim‘ wollte das Video zu ihrem Lied ‚Its not too late‘ von ihr drehen lassen. Gern gesehen ist auch der Mussolini Berater Julius Evola, dessen Hauptwerk ‚Revolte gegen die moderne Welt‘ im Arunverlag erschien und in Sigill positiv besprochen wurde.

Revolte gegen die moderne Welt

Julius Evola, bzw. seine Ideologie scheinen ein weiterer wichtiger Bezugspunkt zu sein. Nicht nur weil seine Bücher positiv besprochen wurden, und angeblich die Platte ‚In The Shadow Of The Sword‘ von NON ‚Im Geiste Evolas veröffentlicht‘wurde, sein Buchtitel ‚Revolte gegen die moderne Welt‘ bildet
vielmehr die ideologische Klammer, mit welcher sowohl die Dark Wave-, die Gothicszene, als auch die Nazikreise angesprochen werden. Seine Zivilisationskritik und seine Verbindung von Bewegung, Aufbruch und Romantik ermöglichen auch den Übergang in breitere Kreise wie Zillo. ‚Romantik, Seelentiefe, Zauber, Begehren, Sehnsucht und immer wieder Sturm und Feuer‘ nennt J.M. Klumb von Forthcoming Fire im Jungen Freiheit-Interview als Kernelemente
des Dark-Wave. Daraus soll dann der angebliche Aufstand gegen das ‚Establishment‘ entsteht, allerdings ohne an den existierenden Machtverhältnissen etwas zu ändern. ‚Konservative Avantgarde‘ wollen sie sein, rückwärtsgewandte Nachahmer in den Faschismus führender Ideologen sind sie. Allerdings haben sie, wie gesagt gerade mit dem Konzept von Antimoderne den Hebel gefunden, über den Nazis mit ihren Inhalten über die rechte Musikszene
in breitere Kreise vorstoßen.

‚Ideen reichen weiter als Kanonen‘

Damit jetzt aber niemand auf die Idee kommt, dass wir es hier mit harmlosen Denkern zu tun haben, gleich weiter:‘früher oder später (tritt) der Zeitpunkt ein, wo man die Feder gegen das Gewehr tauschen muss, um sich nicht selbst zu belügen.‘ So das ‚neurechte‘ Thule Seminar, welche es als erste Stufe des Kampfes ansieht, nicht Wahlen zu gewinnen, sondern rechtes Gedankengut in die Koepfe der Menschen bringen. Dabei griffen sie zurück auf eine Strategie. welche von dem Kommunisten Antonio Gramsci in den 30er Jahren entwickelt wurde. Diese
Strategie der ‚Metapolitik‘ und der ‚kulturellen Hegemonie‘ besagt, dass sich die Macht in einem Staat nicht allein in der Regierung und der militärischen Macht ausdrückt, sondern dass sie in den Köpfen und den Gedanken der Menschen anfängt. Und dass dieses Denken nicht nur durch Wahlkämpfe und politische Reden,
sondern vielmehr auch durch den kulturellen Bereich und die allgemeinen Erfahrungen auf der Strasse gebildet wird. Diese Strategie, also die Agitation im sog. ‚vorpolitischen‘ Bereich griff die ‚Neue Rechte‘, eine Strömung der Rechten, welche Ausdruck, Formen und Themengebiete der Alt- und Parteinazis
modernisieren und so besser an Mann und Frau bringen wollte, auf und propagierte diese. Wohl aktivste Organisation bei dieser Erneuerung der Rechten war das Thuleseminar aus Kassel, in dessen erlesenen Kreisen Peter Boßdorf Mitglied war. Wer soll den da noch seinen Beteuerungen, dass sein Wirken im Musikbereich
‚nicht politischer Art‘ sei und es ‚ein Zeichen totalitären Denkens (sei), wenn man die Gesellschaft und so auch die Musikszene durchgängig politisieren will‘ glauben? Auch das Peter Boßdorf ein Konservativer ist, der halt nur Adenauer statt Marx als Vorbild hat, ist gelogen. Dass er ‚einen echten Nazi als Schreiber…in keinem Fall akzeptieren‘ würde, scheint mit dem Verbleib Boßdorfs auch gelogen. Dass dieser ein gut geschulter Hardcorenazi ist, welcher nur keine Baseballkeule schwingt, zeigt ein kurzer Blick auf seinen Lebenslauf. Peter Boßdorf, Jahrgang 62, engagierte sich als Jugendlicher in der Schüler- und Studentenunion Ostpreussen, übernahm später Funktionen im Ostpolitischen
Deutschen Studentenverband (ODS) oder offiziellen Studentenvertretung der Vertriebenen, dort wurde er 1981 stellvertretender Vorsitzender, was er auch über dessen Umbenennung in Gesamtdeutscher Studentenverband (GDS) bis 1989 blieb. Erste journalistische Erfahrung sammelte er als verantwortlicher der Jugendzeitung des ODS ‚Aktion‘. Seit 1980 ist er Autor der ‚Mitteilungen – VDA,
Gesellschaft für deutsche Kulturbeziehungen in Ausland e.V.‘ des VDA- NRW. Noch 1992 war er hier taetig. 1985 wurde er Mitglied im Witikobund, einem elitären Hardliner Braintrust der Sudeten- deutschen, 1992 war er Mitglied im Thule Seminar, parteipolitisch engagiert er sich für die REPs. 1991 wurde er Wirtschaftredakteur der Jungen Freiheit, seit 1993 schreibt er in der Jungen Freiheit die Kolumne ‚Neue Geräusche des Jahres‘. Er ist allerdings nicht der einzige, der in der Jungen Freiheit die Durchführung der Strategie der ‚kulturellen Hegemonie‘ über die Musik vertritt. Ebenfalls in diesem Bericht agierte die inzwischen scheinbar ausgeschiedene Gerlinde Gronow. Sie, Jahrgang 1974, gewann 1993 den Jungen Freiheit-Nachwuchswettbewerb für die ‚Zeitgeist und Medien‘ Redaktion. Die geb. Kielerin, Studienfach Japanologie schrieb zumindest von Ende 1993- März 1995 für die JF. Vor allem in dem Bereich ‚Zeitgeist und Lebensart‘. Dabei befasste sie sich mehrfach mit Musikgruppen, welche rechte Tendenzen aufweisen, wie z.B. Type O Negative oder Radio Werewolf. Ansonsten
beschäftigte sie sich auch mit dem italienischen Futurismus, schreibt gegen die Frauenbewegung und für ein biologistischen Weltbild. Sie war Herausgeberin der Avantgardezeitung ‚Scharlach‘, in welcher fast alle gängigen Bands der rechten Gothicszene beleuchtet wurden. Ihre Tätigkeit zeichnet sich durch eine gewisse Doppelstrategie oder Züngigkeit aus, verreißt sie eine Band noch in der Jungen Freiheit, so kann sie dieselbe in Scharlach schon wieder präsentieren. Auch schrieb sie den schon erwähnten ‚Schwarze Flaggen, stolze Herzen‘ Artikel in der Identität 2/96. Inzwischen hat sie sich angeblich von der Politik verabschiedet, allerdings wurde ihr Magazin Scharlach in der Auseinandersetzung um die ’schwarze Avantgarde‘ noch im März 96 lobend hervorgehoben. Neben diesen beiden betätigen sich auch Jürgen Hatzenbichler, Werner Bräuniger, Claus M. Wolfschlag, das vermutliche Pseudonym Gerhard Prinz und der Chefideologe der Jungen Freiheit Roland Bubik mit dem Thema.

In die Mitte der Gesellschaft

Dorthin zielt die Agitation der Rechte. Ganz soweit sind sie via Dark-Gothicmusik zum Glück noch nicht gekommen, allerdings reicht es ja auch zunächst, ein kleines Segment der Gesellschaft zu überzeugen. Und der Jugend kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu. Hatte die Rechte es lange nicht
geschafft, hier außer in der Skinheadbewegung einen festen Fuß in die Tür zu bekommen, könnte dies jetzt gelingen. ‚Easy – Ettle‘ Herausgeber von Zillo jedenfalls scheint dieser Entwicklung keinen Riegel vorschieben zu wollen.
Bezeichnete er Peter Boßdorf doch als einen ‘ Konservativen‘, ‚Einen echten Nazi oder Neonazi als Schreiber würde ich allerdings auf keinen Fall akzeptieren‘ schiebt er noch zur Beruhigung der LeserInnen nach. Danach noch etwas Geseusel,
was er doch für ein toller linker sei und wie er immer die Punks vor den Bullen beschützt habe. Währenddessen vergleichen seine Zillo Leser die kritisierenden AntifaschistInnen mit ‚Intoleranten Typen in der Tradition von SA-Schlägern‘. In
der gleichen Ausgabe bietet Ettler Patrick O‘Kill ex DiJ und Sixth Comm fast unhinterfragt eine Aussteigerstory, da dieser sich nun angeblich vom Faschismus ab und der ‚nordischen Mythologie‘ zugewandt habe. Nordische Mythologie? Droht uns da demnächst schon wieder ein blonder, blauäugiger Arier? Bei einem solch unhinterfragten Umgehen ist also aus Richtung Zillo nur mit (finanziellem) Druck von außen etwas zu erreichen. Und diesen versuchen auch Labels, Bands und Kunden aufzubauen. Ein weiteres Indiz lässt im Übrigen das Vordringen der rechten Teile schließen. Seit Anfang des Jahres ist am Kiosk ein neues Gothic Magazin namens ‚Grimoire‘ zu bekommen, in dessen 1. Ausgabe sich Jan Kay alias J. M. Klumb mal unzensiert äußern durfte, dem ‚Gothic magazin for Underground‘ war die 1. Version des Interview dann doch wohl zu hart. Zu sagen hat er allerdings nicht besonderes, seine Feinde als ‚Kulturfaschisten‘ bezeichnend stellt er sich selbst in eine Reihe mit Kadmon und Jan Van Helsing, welcher in seinen Büchern über Geheimgesellschaften die antisemitischen Protokolle der Weisen von Zion‘ wiederauferstehen lässt. In der Schweiz ist dieses Buch im übrigen inzwischen wegen Rassismus beschlagnahmt worden.

Die Diskussion und die Auseinandersetzung, um den Einfluss und um das Thema sind noch sehr neu, auch der Artikel ist erst ein Anfang, wichtige ideologische Bereiche wie die Art des Bezuges auf das Heidentum und den Satanismus fehlen. Genauso Informationen über die Labels und die Bands. Allerdings sind wir der Meinung, dass sich dabei ganz behutsam vorgetastet werden muss. Runen werden z.B. in der Szene viel und häufig ohne großen Hintergrund verwendet. Es geht nicht darum Leute in die rechte Ecke zu schieben, sondern darum eine Auseinandersetzung über die Inhalte zu führen. Dass dies nicht heißt, dass ein Autor wie Peter Boßdorf geduldet werden darf ist für uns klar, es geht uns darum, diejenigen, welche nur unreflektiert mit verschiedenen Namen und Symbolen umgehen, von den ‚Überzeugungstätern‘ zu trennen. Wenn wir es schaffen, werden wir in nächster Zeit noch was zu verschiedenen Bands veröffentlichen.

Ansonsten schönen Dank fürs Interesse und den langen Atem

einige AntifaschistInnen

p.s. leider sind uns beim konvertieren die Fußnoten abhanden gekommen. Wir haben einfach die Quellenangaben druntergelassen, wenn ihr konkrete Fragen habt meldet euch einfach.

Ansonsten möchten wir uns noch bei den Leuten vom ID-SH für ihre Serviceleistung, die Veröffentlichung bedanken.

Quelle: Informationsdienst Schleswig-Holstein